RE:LIVE - Bad Hammer & John Moods

TAGESTIPP Konzert

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Bad Hammer

Berlin’s Bad Hammer arrived fully formed in the Neukölln DIY scene in summer 2017 with “Forever”, a self-released statement that captured heartache in a vibe akin to a drunken roller coaster ride.

April 2019 brought with it the "Extended Play” (Doom Chakra Tapes / Italian Island) EP, an ethereal, atmospheric, and lush collection of “shadow pop epics“ (The Sun Lounge).

The duo toured extensively throughout Europe in 2018 and 2019, including a run of shows opening for D.I.Y phenom Molly Nilsson, as well as playing one off supports for like-minded artists including Sean Nicholas Savage, Joan as Policewoman, Anemone and more. Media support has come via features and appearances in Subbacultcha Magazine, Red Light Radio, arte tracks, Byte FM and beyond.

In spring 2020 Bad Hammer pulled out all the stops to accompany the release of their single “Mystified”, including commissioned remixes from contemporaries Giraffi Dog, Chikiss and Sami Toroi, alongside a slickly produced music video and - wait for it - a specially developed perfume.

John Moods

Nach vielen Jahren in der Band Fenster (welche bisher vier LPs und den Film Emocean veröffentlichten) nahm Jonathan Jarzyna den Namen John Moods für sein Soloprojekt an und veröffentlichte 2018 sein Debütalbum The Essential John Moods bei Mansions and Millions. Jetzt, nachdem er seine ersten Solo- Touren abgeschlossen hat, kehrt er mit So Sweet So Nice zurück, welches aufgeteilt in zwei EPs veröffentlicht wird: So Sweet erscheint am 16. April und So Nice am 6. August. Dieses Diptychon wird schließlich in einer Vinyl-LP kulminieren, die am 6. August im physischen Format erscheinen wird.

Wenn The Essential John Moods der Soundtrack zu einer sommerlichen Rucksackreise war, so wirkt der Nachfolger wie die triumphale Heimkehr. Wo das Vorgängeralbum noch verträumt und entrückt wirkte, ist So Sweet So Nice heiter und zentriert, mit federnden Grooves, die das Grübeln über die Sterblichkeit in ein ausgelassenes Fest verwandeln.

Eine solch selbstbewusste, ausgefeilte Sammlung von Songs, reich an ruhigen Momenten, erscheint als ein eher unwahrscheinliches Produkt von zwei Jahren, mitunter auch von kreativen Frustrationen geprägt waren. Aber dies ist ein Wandteppich, der eben aus Paradoxen und Widersprüchen gewebt ist. Hier spricht eine unbeschwerte Stimme von existenzieller Sorge, beschwört eine Feierlaune in der Grabesstimmung. Die Form dieser Heimkehr ist die Entdeckung eines Gefühls von Heimat im Unruhigen. Ein Kontrast, der in der titelgebenden Zeile so prägnant eingefangen ist - "So sweet, so nice; everything is waiting to die. So sweet, so high; nothing ever felt so alive.”

John begann diese Lieder allein auf dem polnischen Land zu konzipieren, stieß aber bald auf Flauten und Sackgassen. So Sweet und So Nice konnte seinen Weg in die Welt nur mit Hilfe von Freund*innen finden - darunter Fenster-Bandkollegin JJ Weihl (AKA Discovery Zone), die wieder einmal an den Texten mitgeschrieben hat, TOPS-Gitarrist David Carriere und die Produzenten und Instrumentalisten Magnus Bang und Joni Reiter. Dieser kollaborative Funke verleiht der Platte viel von ihrem Überschwang und doch ist da ein unausweichlicher Hauch von Einsamkeit, als ob sie uns von Emersons transparentem Augapfel vorgesungen wird.

Die Zweiteilung des Projekts spiegelt die Ideen wider, die Jarzyna bei der Erarbeitung dieser Songs beschäftigten: die Fülle und Intensivierung von Binaritäten in unserer Welt, die notwendige Wechselbeziehung von Gegensätzen, das Fortbestehen ursprünglicher Dualitäten - Licht und Dunkelheit, Gut und Böse, Hoffnung und Verlust, Leben und Tod, um diese als Dyaden zu begreifen und sich in den undurchsichtigen Räumen dazwischen wohlzufühlen. Jede Hälfte kontrastiert die andere, akzentuiert divergierende Aspekte eines einzigen Ganzen.

So kanalisiert So Sweet etwa den Geist des klassischen AM-Pop und sogar des Country & Western (in seinen eher psychedelischeren Manifestationen) in etwas, das sowohl zeitgemäß als auch zeitlos ist, voller spritziger Gitarren, plätschernden, rieselnden Synthies und bei Ordinary Magic einem kurzen, aber Szenen- stehlenden Saxophonsolo: eine deutliche Vertiefung der ausgeprägten Klangwelt, die auf The Essential John Moods entwickelt wurde. Am triumphierenden Ende des Spektrums gibt es den scharfen Aufruf zur Unmittelbarkeit auf der ersten Single Talk To Me, den fröhlichen Lobgesang auf Einsamkeit und Verwirrung Without You und den unbändigen Titeltrack. Am anderen Ende stehen die ruhige Meditation über die Vergänglichkeit von New Skin und der stattliche Acid-Walzer von All You Gotta Do Is Wait.

Der "soul-wandering blues" von Frank gibt ein langsameres Tempo für So Nice vor, während es sich sanft durch die Ungewissheit schrammelt. Meet Me In My Dreams folgt mit einem ironischen Augenzwinkern an den Sensenmann, während Sensitive One mit einer bittersüßen Ode an die Verletzlichkeit, die Schmerzen und Freuden unserer oft asymmetrischen Bindungen an die Welt schließt.

Der vielleicht emblematischste Song hier ist In A New Way, der glitzernde Grooves mit frühlingshafter Melancholie verbindet. Darin fragt John: “Did you find the answer? Or just the words? Or are you just saying nothing again, in a new way?“ Neue Wege zu finden, um das Unaussprechliche auszudrücken, eine dauerhafte Aufzeichnung des ständig fluktuierenden Jetzt zu schaffen - ist das nicht sowohl die große Herausforderung als auch die große Belohnung der Musik selbst? Es spricht für die Größe seiner Leistung, dass das Album diese Aufgabe so treffend beschreibt - und dann diese Wege findet, wieder und wieder.

 

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Initiative Musik

Preisinformation:

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