FOTO: © Schaubühne / Franziska Lantermann

Podiumsgespräch: Armut und Körper

TAGESTIPP Theater

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Mit »Qui a tué mon pére« (Wer hat meinen Vater umgebracht) von und mit Édouard Louis und Alexander Zeldins »LOVE« zeigen wir zwei Produktionen, die sich mit Fragen von Teilhabe und Verteilungsgerechtigkeit beschäftigen. Antworten auf diese Fragen hängen auch davon ab, ob wir eine eher lokale oder globale Perspektive einnehmen: In Deutschland sind knapp 20 Prozent der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen, die Tendenz ist steigend.

Bis in die Körper hinein lassen sich die Spuren der sozialen Spaltung in Arm und Reich ablesen. Aus globaler Perspektive gehören wir in Deutschland trotz dieser stetig wachsenden Ungleichheit nahezu alle zur »Komplizenschaft« der Reichen dieser Welt und profitieren von der Auslagerung der Kosten unseres Reichtums. Wie lassen sich die beiden Perspektiven miteinander verbinden? Insbesondere, da in der ökologischen Situation eine Ausweitung unserer materiell privilegierten Zone weder vorstellbar noch sinnvoll ist. Wie ließe sich für einen lokalen Klassenkampf mobilisieren, wenn es gleichzeitig darum gehen muss, dass wir zugunsten des globalen Südens weniger haben oder zumindest deutlich weniger verbrauchen?

Daniela Brodesser ist Autorin und Aktivistin. In ihrer Kolumne »Armutprobe« und auf ihrem Twitteraccount schreibt die vierfache Mutter offen über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema Armut und die daraus entstehenden Ängste und Existenznöte. In ihren öffentlichen Vorträgen und Texten kämpft sie gegen die Stigmatisierung finanziell benachteiligter Menschen.

Brodesser ist Jurymitglied beim Journalistenpreis »von unten«.Francis Seeck ist Kulturanthropolog_in, Geschlechterforscher_in und Antidiskriminierungstrainer_ in.

Seeck forscht und lehrt zu Klassismus, Sorgearbeit und geschlechtliche Vielfalt, nach einer Vertretungsprofessur für Soziologie und Sozialarbeitswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg nun als Post-Doc an der Humboldt Universität Berlin. 2020 erschien der Sammelband »Solidarisch gegen Klassismus. Organisieren, intervenieren, umverteilen«, herausgegeben von Francis Seeck und Brigitte Theißl.

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