FOTO: © Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Meta hat ein Küken getötet (aber sie ist dabei Beherrschung zu lernen)

Theater Performance

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Wie mag das sein, wenn man nicht auf der Welt ist?

Meta schließt die Augen, zieht alles ein, was sie einziehen kann, Augen, Gehör und Geruch, und erstarrt. Aber immer noch ist sie da. Der Magen kullert, das Herz pulsiert, und rote Dämmerung brütet hinter den Lidern. Sie muss sich noch mehr zusammenziehen, immer kleiner, immer kleiner. Eingerollt, den Mund mit den Knien verschlossen, übt Meta das Nicht—auf—der—Welt— Sein. Die Röte hinter den Lidern erlischt, Arme und Beine sterben ab, der Magen verstummt, der Herzschlag verebbt. Meta ist nie geboren worden. Es ist nicht unangenehm, nicht dazusein. Es ist überhaupt nichts. Dann wird sie langsam wieder in diese Welt geboren. Die Ohren erwachen zuerst und vernehmen das Sirren der Wespen im Dachgebälk. Dann spürt die Nase den Geruch des Mehlsacks, auf dem sie liegt; auf der Zunge erwacht der Geschmack des Speichels, und als sie die Augen aufschlägt, flutet die Welt in sie zurück. Sie ist wieder da und den anstürmenden Geräuschen, Gerüchen und Bildern ausgeliefert. Dieses Sich—nicht—wehren—Können ist das Leben. Und da liegt die durchschossene Kappe. Dankbar müsse sie sein, sagen die anderen immer. Zum ersten Mal zweifelt Meta daran, Sie ist nicht dankbar. Sie lebt, und da kann man gar nichts machen. Manchmal ist es angenehm, oft unangenehm und immer eine große Bedrängnis.

Ein Abend über eine ganz normale Kindheit

von Marie Rosa Tietjen und Fee Aviv Marschall

Mit Texten aus Himmel, der nirgendwo endet und Der gute Bruder Ulrich von Marlen Haushofer und Musik von Fee Aviv Marschall

Fassung: Marie Rosa TietjenMusikalische Komposition und Arrangement: Fee Aviv Marschall

 

Marie Rosa Tietjen studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Berlin. Ihre Arbeiten führten sie an das Schauspiel Köln, Schauspielhaus Zürich und die Kammerspiele München. Sie verbindet eine langjährige Zusammenarbeit mit René Pollesch. 2013 wird sie zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres (Theater heute) gewählt. Ihr erste Regiearbeit „Bilder deiner großen Liebe“ wird 2018 zum Radikal Jung und dem Britney X Festival eingeladen. Sie arbeitet regelmäßig für Film und Fernsehen unter anderem mit Andreas Dresen, Kilian Riedhoff, Nana Neul, Lola Randl und Jonathan Glazer. Für ihre Darstellung der Marion Löblich im Film „Gladbeck“ wurde sie für den deutschen Schauspielerpreis nominiert. Seit der Spielzeit 2021/22 ist sie Ensemblemitglied an der Volksbühne am Rosa- Luxemburg- Platz.

Fee Aviv Marschall, geboren 2001 in Berlin, ist eine freischaffende Musikerin und Künstlerin mit Gastengagements u.a. am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Hebbel am Ufer Berlin, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Ballhaus Ost Berlin.feeaviv.de [http://feeaviv.de]

Location

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Rosa-Luxemburg-Platz,n
10178 Berlin

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