FOTO: © Sarah Lee

FIND Festival: LOVE

TAGESTIPP Theater

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Eine Notunterkunft des Sozialamts an den Weihnachtstagen. Im Aufenthaltsbereich mit Küchenzeile, von dem aus man zum gemeinsam genutzten Bad und den Schlafzimmern gelangt. Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten finden hier eine Bleibe und treffen aufeinander. Eine Frau aus dem Sudan ist gerade erst in Großbritannien angekommen und führt lange Telefongespräche, so lange die Verbindung hält. Ein Mann auf der Durchreise kommt bepackt mit Koffern an und bezieht sein Zimmer. Ein Vater, zwei Kinder und die hochschwangere Mutter wollen möglichst bald nach Hause zurückkehren oder ein neues Zuhause finden. Ein mittelalter Mann um die fünfzig kümmert sich allein um seine pflegebedürftige Mutter und lebt schon lange in seinem Zimmer. Der Ort ist ungemütlich, eigentlich nur als vorübergehende Unterkunft gedacht, bis die Menschen, die er beherbergt, ein besseres Zuhause finden. Die hyperrealistische Inszenierung nimmt das Publikum buchstäblich mit unter sein Dach und teilt mit Zuschauer_innen und den Bewohner_innen einige lustige, traurige, berührende und zutiefst menschliche Momente. Die Zeit des Aufenthalts, aufgeladen mit kleinen und existenziellen Konflikten, Begegnungen und Emotionen, ist auch und vor allem eine Zeit des Wartens: Warten darauf, dass das Teewasser kocht, dass das Bad frei wird oder man sich in der Küche beim Zubereiten des Abendessens abwechseln kann. Sie ist auch eine Zeit des Wartens darauf, endlich wieder woanders hingehen zu können, um ein Leben zu beginnen oder zu beenden, das sich nicht in der Befriedigung grundlegender Bedürfnisse erschöpft. In realistischen Szenen in Echtzeit zeigt Alexander Zeldins Inszenierung das Bemühen eines und einer jeden, die eigene Würde zu behalten, getragen von außergewöhnlichen Schauspieler_innen, die ihre Figuren mit großer Beobachtungsgabe und Liebe zum Detail verkörpern. »LOVE« ist Teil der Trilogie »The Inequalities« des britischen Autors und Regisseurs Alexander Zeldin. Die drei Inszenierungen setzen sich mit sozialer Ungleichheit auseinander und versuchen, diese mit den Mitteln des Theaters realistisch darzustellen und kritisch zu befragen. Den ersten Teil dieser Trilogie, »Beyond Caring«, das unter Mitarbeiter_innen des Reinigungsteams eines Schlachthofes spielt, sollte Alexander Zeldin im Frühjahr mit Schauspieler_innen des Schaubühnen-Ensembles neu inszenieren – dies wurde coronabedingt auf den April 2021 verschoben. Alexander Zeldins Arbeiten umfassen sowohl Theater- als auch Filmprojekte. 2017 wurde er Artist in Residence des National Theatre, später Associate Director. Zeldin ist Preisträger der Fellowship for Literature der Arts Foundation und Associate Artist des Odéon – Théâtre de l’Europe. Regieassistenz: Elin SchofieldAusstattung und Kostüme: Natasha JenkinsKostümassistenz:Caroline McCallLicht: Marc WilliamsSound Design: Josh Anio GriggBewegung: Marcin Rudy Mit: Amelda Brown, Naby Dhakli, Janet Etuk, Amelia Finnegan, Oliver Finngenan,Joel MacCormack, Hind Swareldahab, Daniel York Loh

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