Grau abgestuft – Fotografien zwischen weißem und schwarzem Raum

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Das sagt der/die Veranstalter:in:

Detlef Krenz kam als 19-jähriger Musik- und Fotografie-Enthusiast ins Zodiak. Begeistert von den Konzerten von Bands wie Curly Curve, Human Being oder Plus Minus, von ihm als “ungewöhliche Klänge” beschriebenen, begann er, das Erlebte mit einer alten Contax-Kamera festzuhalten. Krenz’ atmosphärische Fotografien sind einige der wenigen dokumentarischen Überbleibsel aus der kurzen, intensiven Zeit des Zodiak Free Arts Lab.“Live Free Jazz hörte ich 1967 im Klub Ca Irà, der vom Bezirksamt Wilmersdorf an der Westfälischen Straße eingerichtet wurde, um jungen Menschen eine kulturelle Heimat zu geben. Das Ca Irà wurde schnell ein Treffpunkt aller, die zu den Vietnam- oder anderen Demonstrationen gingen, aber auch eine Plattform neuer Musik, obwohl das von der Klubleitung zunächst gar nicht vorgesehen war. Das Konzert des Rüdiger Carl Trios im Ca Irà wirkte auf mich wie eine Initialzündung. Schon damals hatte ich fast immer eine Kamera dabei. Ich war von der Fotografie ebenso wie von der Musik begeistert. Ich begann den Musikern dieser Zeit zu folgen, ob ins ‘Kilroy’ in der Pfalzburger Straße, oder dem ‘Beautiful Balloon’ am Lehniner Platz, wo auch Berühmtheiten wie The Nice, Brian Auger and the Trinity und die Pretty Things spielten. Diverse Freejazz-Sessions gab es im ‘Litfaß’ in der Sybelstraße zu hören. Diese Auftritte arteten oft zu wilden Happenings aus. Zuschauer:innen und Musiker:innen trommelten miteinander, ein Piano stand in der Ecke und wurde häufig demontiert. Tangerine Dream spielten hier ebenfalls. Sie noch mit Schlagzeug, E-Gitarre und Keyboard. Ins Zodiak kam ich im Spätsommer 1968. Die Wände waren mit psychedelischen Mustern bunt bemalt. Außer der Musik waren hier Texte zu hören. Es gab ein Festival der Kurzgeschichten, genauso wie eine Protestlesung zum Einmarsch der sowjetischen Truppen in Prag. So wirklich los ging es im Zodiak, als die Wände vom Konzertraum schwarz gestrichen wurden. Ob nun Curly Curve, Human Being oder Plus Minus, egal, wer oder welche Gruppe, stets waren ungewöhnliche Klänge zu hören. Es gab was zu sehen. Im kleinen Zwischenraum vor den Toiletten standen drei Musikboxen, die meistens drei verschiedenen Lieder gleichzeitig abspielten, und über den Boxen waren TV-Geräte angebracht, die Künstler:innenvideos wiedergaben. Videokunst und elektronische Sounds bildeten eine Einheit. Ich war damals 19 Jahre alt und hielt mit der Kamera, einer alten Vorkriegs Contax mit einem ebenso alten, aber lichtstarken Zeiss 1,5/50 mm Objektiv fest, was festzuhalten ging bei den oft sehr schlechten Lichtverhältnissen. Die Belichtungszeiten schwankten zwischen einer halben bis zu einer fünfzehntel Sekunde. Leider ging wegen häufiger Drogenrazzien die Zeit des Zodiak viel zu schnell zu Ende.” 

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