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Die Nase

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Als Don Giovanni gibt er den exaltierten bösen Clown, als jugendlicher Onegin verspielt er sein Liebesglück – doch zuvor zeigt Ensemblemitglied Günter Papendell eine weitere Facette seines Könnens: als eitler, nasenloser Kollegienassessor Kowaljow in Barrie Koskys Inszenierung von Dmitri Schostakowitschs eigenwilliger Vertonung der grotesk-absurden Erzählung von Nikolai Gogol. Eines schönen Morgens nach durchzechter Nacht muss Kollegienassessor Kowaljow erschrocken feststellen, dass ihm seine Nase abhanden gekommen ist. Verzweifelt macht er sich auf die Suche. Eine andauernde Nasenlosigkeit würde das gesellschaftliche Aus für ihn bedeuten! In der Kathedrale glaubt er, seiner Nase zu begegnen, doch kann er sie nicht überzeugen, bei ihm zu bleiben. Von allen verspottet und verlacht, jagt Kowaljow wie in einem Albtraum dem unabhängig gewordenen Körperteil hinterher, bekommt es jedoch nie zu fassen. Endlich wird ihm die Nase vom Polizeioberhauptmeister höchstpersönlich zurückgebracht, doch will sie nicht im Gesicht haften bleiben! Nach weiteren demütigenden Erfahrungen befindet sich der widerspenstige Gesichtserker schließlich so plötzlich, wie er verschwunden war, wieder an seinem Platz – wo er hoffentlich auch bleibt.

In einer Mischung aus Albtraum und verrückt überzogener Satire inszeniert Regisseur Barrie Kosky steppende Nasen, fahrende Rikscha-Tische und karikaturesk überzeichnete Protagonisten in einem kühlen, trotz seiner Größe klaustrophobisch wirkenden Raum. Die surrealistische Geschichte um die Verlustängste und die Paranoia des kleingeistigen Emporkömmlings Platon Kusmitsch Kowaljow wird zum absurden revueartigen Kaleidoskop der Eitelkeiten, einer verstörenden Mischung aus Wozzeck und Alice im Wunderland, die ihre ganz eigene »sinnlose« Logik besitzt.

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