FOTO: © unbekannt | Walter Ladengast

Cora Rudy van Dongen Frost/ Franz Reimer: Sogar dein Tod war ein Geschenk

Ausstellung Ausstellung

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Jutti und Walter Ladengast! Ich war 5 oder 6 und habe meinen Bruder immer mitgeschleppt zu ihnen; sie wohnten ein Stockwerk unter uns. Wir saßen da und ich war so schüchtern und wir guckten uns nur an. Geredet wurde wenig. Und das wurde eine Liebe, eine totale Liebe, eine große Liebe! Walter und Jutti Ladengast. Er war Schauspieler (z. B. bei Werner Herzog), sie Goldschmiedin. Und ich war oft dort, in ihrer leeren Wohnung ohne Teppiche und Tapeten – nur Bauhausmöbel und ein paar Bilder. Das war ein Skandal zu der Zeit. So wollte ich auch sein. Arm. Ohne Teppich. Mit Bildern. Und einem Hibiskus mit einer feuerroten Blüte. Sie haben früher in einem Atelier in Wien gewohnt und mir viel erzählt über die Zeit in Wien. Und sie haben mir viel beigebracht. Die Liebe zum Leben. Die Kunst. Die Muppetshow. Den Blick. Wein trinken aus kleinen Gläsern. Den Tod. Auch Walters Tod war ein Geschenk. Ihm auch da so nahe sein zu dürfen. Nie werde ich die beiden vergessen. (Cora Frost)

Dieser Abend erzählt die Geschichte einer Freundschaft. Der Freundschaft zwischen Cora Frost und Walter Ladengast, dem Schauspieler, Lyriker, Maler, Fotokünstler und nicht zuletzt Nachbarn aus Coras Kindertagen, der 1980 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Mit seinen Bildern und Gedichten war er nicht nur ein Chronist seines Lebens, sondern fast eines ganzen Jahrhunderts: „Inmitten der steten Umwälzungen und Katastrophen zeugt sein sehr privater Blick von einem unbeirrbaren Festhalten an der Schönheit, am Menschen, an der Kunst und am Leben selbst.“ (Franz Reimer) In einer Séance für und mit ihm lauschen wir seiner Stimme und beobachten, wie seine Bilder und Fotografien sich zu einem langsamen Lebensfilm formen, der ruhig an uns vorbeifließt. Zwei Leben auf seltsame Weise im Rückblick verknüpft. Eine zufällige Seelenverwandtschaft.

Sogar dein Tod war ein Geschenk dauert ca. 2 Stunden. Die erste Stunde besteht aus einer Performance in deutscher Lautsprache. Eine Inhaltsangabe/Einführung in englischer Sprache finden Sie im Abendzettel. Darauf folgt eine Installation bestehend aus vier Filmen, während der sich die Zuschauer*innen im Raum bewegen können. Die Lichtsituation ist insgesamt eher dunkel, an einer Stelle gibt es ein „Blitzlichtgewitter“. In den Vorstellungen 21. und 24.10. wird es kurz sehr laut. Gehörschutz wird bereitgestellt. Als Sitzgelegenheiten stehen niedrige Drehhocker bereit. Für alle, die eine andere Sitzmöglichkeit benötigen, stehen zwei Stühle mit Lehnen sowie ein Sitzsackplatz zur Verfügung. Der Sitzsack- sowie ein Rollstuhlplatz können nach Verfügbarkeit telefonisch reserviert oder im Online-Ticketshop sowie an der Abendkasse gekauft werden können. Die Informationen zur Barrierefreiheit werden laufend aktualisiert. Bei Fragen oder für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Gina Jeske unter jeske@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 35.

Location

Hol dir jetzt die ASKHELMUT App!

Sei immer up-to-date mit den neuesten Veranstaltungen in Berlin!

Weitere Tipps