FOTO: © Gavin Evans

Ensemble Mini

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Große Partituren mit kleinen Ensembles zum Klingen zu bringen, nahm sich der Dirigent Joolz Gale vor, als er 2010 das Ensemble Mini gründete. Wofür sonst 60, 80 oder noch mehr Musiker*innen auf dem Podium sitzen, das wollte er mit weniger als 20 verwirklichen. Für sein Vorhaben gewann er führende Mitglieder der besten Orchester. Die skeptische Neugier, mit der viele seinem Vorhaben begegneten, wandelte sich bei den Auditorien in begeistertes Erstaunen. Die Bearbeitungen von Riesenwerken wie Mahlers Zehnter klangen nicht nur transparenter, ließen manches Detail plastisch erscheinen, das im großen Klang unterzugehen drohte; sie trafen auch das Spiel der Farben, das die Wirkung des Originals mit ausmachte, und sie fingen dessen Atmosphäre ein. Nichts Pädagogisches wirkt in diesen Transkriptionen, sondern Elan, Kenntnis und geistiges Vergnügen. Die Musiker*innen haben die Ursprungsgestalt im Ohr und sie verstehen sich auf die Kunst, auf der die Wirkung der Musik wesentlich beruht: die Suggestion.   Nach Mahler, Strauss, Prokofjew, Schostakowitsch, Bruckner und Bartók nimmt sich das Ensemble nun die letzten beiden der fünf Strawinsky-Symphonien vor. Beide wurden in kritischer Zeit geschrieben. Die viersätzige in C wurde in Paris begonnen, nachdem innerhalb von acht Monaten Schwägerin, Tochter, Frau und Mutter gestorben waren, fortgesetzt im alpinen Lungensanatorium, vollendet in den USA. Von der dreisätzigen letzten meinte Strawinsky später, er habe noch für jede Passage das Stadium des Zweiten Weltkriegs in Erinnerung, in dem sie komponiert wurde. Bei beiden wurde das existenzielle Erleben nicht zum inneren Programm. Die Kunst bewährt ihre Kraft in der Eigenständigkeit gegenüber dem Katastrophengang der Geschichte: eine Ermunterung für die Bearbeiter, die Scharfzeichnung der Musik, die Strawinsky ohnehin am Herzen lag, zu betonen.

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