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Best of: Carmen (konzertant) / Open-Air auf dem Parkdeck

Konzert

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Es ist kein Wunder, dass die Besucher der ersten Vorstellungen von CARMEN etwas ratlos auf die neue Oper von Georges Bizet reagierten. Statt exotischer Traumwelten und romantischer Liebesgeschichten, wie der Komponist selbst sie noch in seinen „Perlenfischern“ geboten hatte, sahen sie sich hier mit einer schockierenden Handlung konfrontiert, in der die Bühne nur von unangenehmen, zwielichtigen Gestalten bevölkert war. Schmuggler und Soldaten, Arbeiterinnen und Prostituierte, und als Titelheldin eine Frau, die sich radikal allen gesellschaftlichen Konventionen verweigerte und ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung notfalls auch mit Gewalt verteidigte. Womöglich noch beunruhigender jedoch war, dass ausgerechnet in diese proletarische Welt, in der nur das Recht des Stärkeren galt, ein Mensch mit durchaus bürgerlichem Hintergrund geriet. Denn auch wenn Bizets Oper nach der weiblichen Hauptfigur benannt ist, steht doch der psychologische und sittliche Verfall Don Josés im Zentrum: Seine Liebe zu Carmen steigert sich bis hin zu tödlicher Eifersucht. Die 100-minütige halbszenische Kurzfassung verstärkt den Fokus auf die Entwicklung Josés, die sich immer wieder in der Konfrontation mit Carmen manifestiert: Steht zu Beginn die Verführung des (noch) pflichtbewussten Soldaten, folgen auf die Liebeserklärung des zweiten Aktes mit der berühmten „Blumenarie“ bald Enttäuschung, Streit, Zurückweisung, und eine an Wahnsinn grenzende Verzweiflung.

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