It´s all forgotten now - A performative Mixtape for Mark Fisher

TAGESTIPP Theater

Im Januar 2017 nahm sich der britische Kulturwissenschaftler und Poptheoretiker Mark Fisher das Leben. Einem breiteren Publikum wurde er durch seine Schrift „Capitalist Realism“ bekannt worin er sich mit der weitverbreiteten Auffassung es gäbe keine Alternative mehr zur kapitalistischen Realität auseinandersetzt. Fisher diagnostiziert ein kulturelles Erschöpfungssyndrom, dass aus dem Zusammenbruch von Zeitlichkeit hervorgeht: Das Ende der Welt kann man sich vorstellen, das Ende des Kapitalismus nicht.

Während die technologische Entwicklung durch das Internet und die zugehörigen Kommunikationsgeräte einer schwer begreiflichen Beschleunigung unterliegt, hat der kulturelle Fortschritt sich bis zum Stillstand verlangsamt.

Folgerichtig sieht Fisher die Zeichen der Erschöpfung nicht nur im politischen und kulturellen Betrieb neoliberaler Gesellschaften sondern auch auf emotionaler Ebene. In den Gesichtern seiner Studenten, in apokalyptischen Filmsets von Hollywood oder Reality Shows. Damit wollte er sich nicht abfinden und forderte immer wieder Widerstand:

“The tiniest event can tear a hole in the grey curtain of reaction which has marked the horizons of possibility under capitalist realism.”

Fisher analysierte seltene Jungle Platten, obskure Soundtracks, genauso wie Filme oder Bücher zeitgenössischer Autoren. Ein von ihm zusammengestellter Musikmix hatte denselben Stellenwert wie ein Essay.

Mit diesem Projekt versuchen wir nun ein performatives Mixtape zu kreieren welches sich mit einigen Aspekten und Konzepten Mark Fishers auseinandersetzt.

Phänomene wie Hauntology oder das Seltsame und Rätselhafte (the weird& the eerie) drücken sich nicht nur politisch sondern auch ästhetisch aus. Sie finden ihren Ausdruck in Musik, Film und Tanz und sind der Ausgangspunkt für das Stück.

Auf Grund der Coronakrise konnten viele Tänzer*innen der Kompagnie nicht anreisen, sind aber von außen zugeschaltet. Sie sind die „Gespenster“ dieser Arbeit und werden virtuell Teil der Aufführung. Ein Umstand der Mark Fisher sicher gefallen hätte.

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