FOTO: © Bernd Uhlig

Faust aus der Oper Köln

TAGESTIPP Theater

Das sagt der Veranstaltende:

Charles Gounod erneuerte mit seinem lyrischen und melodischen Stil zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die französische Opéra. Im Wesentlichen der melodramatischen Komponente des Genres Oper verpflichtet, steht im Zentrum seiner Oper »Faust« nicht so sehr die Antwort auf die Goethe’sche Frage, was ›die Welt im Innersten zusammenhält‹, sondern die Liebesgeschichte zwischen dem – was sein eigenes Seelenheil und insbesondere das Wohl anderer Menschen betrifft – riskant spekulierenden Titelhelden und der jungen Frau aus einfachen Verhältnissen, Marguerite, die zum tragischen, wenn auch moralisch über ihn obsiegenden Opfer ihres Geliebten wird. Der zockerhafte ›Deal‹ mit Méphistophélès, dem Vertreter der Hölle, dient Faust zur Realisierung vergänglicher Werte wie Jugend, Geld und Schönheit, verbrämt durch die Schwingung des romantischen Gefühls, und lässt ihn in geistiger Zerrüttung enden.

Bei der musikalischen Neuerkundung dieses Werks durch den Kölner Generalmusikdirektor, Maestro François-Xavier Roth, werden erstmals musikalische Bestandteile sowie Dialogtexte zu hören sein, die Gounod zwar ursprünglich vorgesehen hatte, die jedoch bereits vor der Uraufführung kurzfristig nötig gewordenen Kürzungen zum Opfer fielen. Nachdem diese Passagen neulich erst wiederentdeckt und vom Bärenreiter-Verlag aufbereitet worden sind, vermittelt die nun in Köln verwendete Fassung erstmals den – unter Ausblendung aller späteren Kompromisse – ursprünglichen Wurf des Komponisten.

Johannes Eraths stilistisch brillante Inszenierung von Jules Massenets »Manon« aus der Spielzeit 2017.18 ist in Köln noch in bester Erinnerung. Mit Gounods Faust-Margarethe-Oper setzt er nun – erneut im Verbund mit Bühnen- und Kostümbildner Herbert Murauer – ein weiteres Standardwerk des französischen Repertoires in Szene.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Das sagt der Veranstaltende:

Charles Gounod erneuerte mit seinem lyrischen und melodischen Stil zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die französische Opéra. Im Wesentlichen der melodramatischen Komponente des Genres Oper verpflichtet, steht im Zentrum seiner Oper »Faust« nicht so sehr die Antwort auf die Goethe’sche Frage, was ›die Welt im Innersten zusammenhält‹, sondern die Liebesgeschichte zwischen dem – was sein eigenes Seelenheil und insbesondere das Wohl anderer Menschen betrifft – riskant spekulierenden Titelhelden und der jungen Frau aus einfachen Verhältnissen, Marguerite, die zum tragischen, wenn auch moralisch über ihn obsiegenden Opfer ihres Geliebten wird. Der zockerhafte ›Deal‹ mit Méphistophélès, dem Vertreter der Hölle, dient Faust zur Realisierung vergänglicher Werte wie Jugend, Geld und Schönheit, verbrämt durch die Schwingung des romantischen Gefühls, und lässt ihn in geistiger Zerrüttung enden.

Bei der musikalischen Neuerkundung dieses Werks durch den Kölner Generalmusikdirektor, Maestro François-Xavier Roth, werden erstmals musikalische Bestandteile sowie Dialogtexte zu hören sein, die Gounod zwar ursprünglich vorgesehen hatte, die jedoch bereits vor der Uraufführung kurzfristig nötig gewordenen Kürzungen zum Opfer fielen. Nachdem diese Passagen neulich erst wiederentdeckt und vom Bärenreiter-Verlag aufbereitet worden sind, vermittelt die nun in Köln verwendete Fassung erstmals den – unter Ausblendung aller späteren Kompromisse – ursprünglichen Wurf des Komponisten.

Johannes Eraths stilistisch brillante Inszenierung von Jules Massenets »Manon« aus der Spielzeit 2017.18 ist in Köln noch in bester Erinnerung. Mit Gounods Faust-Margarethe-Oper setzt er nun – erneut im Verbund mit Bühnen- und Kostümbildner Herbert Murauer – ein weiteres Standardwerk des französischen Repertoires in Szene.

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