FOTO: © © Klemens Renner

sound spaces berlin

TAGESTIPP Ausstellung Art

Die singuhr ist der zentrale Ort für Klangkunst in Berlin. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens veranstaltet singuhr – projekte mit „sound spaces berlin“ eine dreiwöchige Doppelausstellung. In der Parochialkirche, dem Gründungsort der singuhr – hoergalerie, wird die Klanginstallation „Musik, weiter entfernt“ – eine Re-Installation einer Arbeit des 2011 verstorbenen Pioniers der Klangkunst Rolf Julius – präsentiert. Im Meinblau Projektraum zeigt der Medienkünstler Julio Lugon seine Raum- und Klanginstallation „elephant meditations“. „sound spaces berlin“ schaut zurück zu den Anfängen, in die Gegenwart und in die Zukunft dieses längst aus seiner Nische gewachsenen Genres zwischen Bildender Kunst, Musik und Performance.

Ein besonderes Ereignis widmet „sound spaces berlin“ Rolf Julius (1939-2011). In Zusammenarbeit mit der Tochter des Berliner Künstlers, Maija Julius, präsentiert singuhr – projekte ein Re-Enactment seiner Klanginstallation „Musik, weiter entfernt“, die Julius 1999 im Kirchenschiff der Berliner Parochialkirche realisiert hatte. Über diese Installation schrieb er 1999: „An der Parochialkirche fasziniert mich ihre Unfertigkeit und ihre Eindeutigkeit als architektonischer Innenraum. Was man hauptsächlich spürt, ist Leere, Höhe, Entfernung. Ich möchte diesen Raum in seiner akustischen Schönheit zeigen, sie zum Thema machen und musikalisch betonen. Der Raum selber wird als Instrument wirken.“

Rolf Julius gilt als einer der wichtigsten Protagonisten der Klangkunst in Berlin und auch weltweit.

Einem Künstler der jungen Generation ist die zweite Ausstellung gewidmet. Der aus Peru stammende Julio Lugon schloss 2019 sein Masterstudium Sound Studies an der UdK in Berlin ab. Seine Projekte befassen sich mit Themenfeldern aus der Philosophie ebenso wie mit den Herausforderungen, die aus gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Fragestellungen entstehen.

In „elephant meditations“ entwirft Lugon eine dystopisch-fiktive Erzählung. Seine Installation spielt mit der Metapher eines seit langer Zeit verlassenen, aber dennoch selbstständig weiterarbeitenden Forschungslaboratoriums. Die raumgreifende Installation skizziert einen mysteriös anmutenden Ort, der einen merkwürdigen, künstlichen Organismus beherbergt.

Julio Lugon hat die Installation seit ihrer ersten Präsentation 2019 in Bonn – und besonders auch angesichts der aktuellen globalen Krisensituation – kontinuierlich weiterentwickelt. Im Rahmen von „sound spaces berlin“ präsentiert er eine neue Version, die auch der Frage nachgehen wird, inwiefern die Stellung des Menschen in einem Universum komplexer und vielfältiger Wesen, die neben ihm existieren, in Zukunft nicht auch zur Disposition stehen könnte.

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