Online: Julian Warner: AFTER EUROPE. BEITRÄGE ZUR DEKOLONIALEN KRITIK

Digitales Event ASK HELMUT

Dorothea Tuch
Dorothea Tuch

20.05.2021 19:00 Uhr
SOPHIENSÆLE, Berlin
Kostenlos

Postkolonialismus, Dekolonisierung und Identitätspolitik sind in aller Munde. Mit diesen Schlagworten und Diskursen wird um Ressourcen, Zugänge und Deutungshoheit gerungen.

Aber wie lässt sich jenseits der inszenierten Fronten der Debatten produktiv über ihre inhärenten Widersprüche und hiesigen Ableitungen diskutieren? Ist der Universalismus für immer passé? Wie erfassen wir nicht-westlichen Imperialismus? Und was bitte ist der Unterschied zwischen dekolonial und postkolonial?

Im Herbst 2019 lud der Kurator Julian Warner die Kunstvermittlerin Nora Sternfeld, die Protestforscherin Olga Reznikova und den Kulturanthropologen Rohit Jain im Rahmen des Festivals After Europe an die Sophiensæle zu einem Symposium ein, um zentrale Begriffe und Fragestellungen dieser Diskurse zu diskutieren. Es entfaltete sich ein nuancierter Streit, bei dem offen diskutiert und nicht gleich festgestellt wurde.

Nun ist eine editierte Version dieser Diskussion im Verbrecher Verlag erschienen. Zeit für einen Rück- und Ausblick.

ROHIT JAIN ist Sozialanthropologe, künstlerischer Forscher und Kulturaktivist aus Bern. 2014 hat er an der Universität Zürich zur transnationalen Repräsentationspolitik von schweizerisch-indischen Second@s zwischen Assimilation, Exotik und Diaspora promoviert. Weiter hat er zu Rassismus und Humor im Fernsehen, zur Dekolonisierung von Kulturinstitutionen und zu kultureller Teilhabe geforscht und publiziert. Rohit Jain hat an künstlerischen Forschungsprojekten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zur Ästhetik der Agglomeration (2014) sowie zum Schweizer Goldhandel (2016) mitgewirkt, war Teil der Expert*innengruppe im Projekt Die Ganze Welt in Zürich an der Shedhalle Zürich (2016/2017) und mitverantwortlich für die daraus entstandene antirassistische Happeningreihe Salon Bastarde. Er ist Mitbegründer des Berner Rassismusstammtisch und Mitglied des Netzwerks Institut Neue Schweiz INES.

OLGA REZNIKOVA ist Kulturanthropologin. Sie studierte zuerst am St. Petersburger Institut für Jüdische Studien und dann an der LMU München. Nach dem Abschluss im Fach Europäische Ethnologie (2012) arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU und der Georg-August-Universität Göttingen, unter anderem im DFG-Projekt Urbane Ethiken. Von 2015 bis 2020 promovierte sie in Göttingen zum Thema Arbeiter*innenproteste in Russland, wofür sie einen Fernfahrerstreik in der Nähe von Moskau mehrere Jahre ethnografisch begleitete. Sie publiziert journalistische und wissenschaftliche Artikel zu den Themen Feminismus, Rassismus, Protestkultur und Antisemitismus auf Russisch, Deutsch und Englisch.


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