Plattenfroster TV 21 - Heftig geiler Jazz mit PHONOMATO + Andrea Rothaug & Harald Kisiedu


11.03.2021 20:15 Uhr
MS Stubnitz, Hamburg

Quelle: HAMBURG_TOURISMUS

Herzlich willkommen zu unserem Format Plattenfroster TV produziert von der Stubnitz Media Crew, präsentiert von klub forward. Eine zweiwöchentliche Live-Sendung mit Artists und Gesprächsgästen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft. Dazu gibts Einblicke ins Kulturschiff und Industriedenkmal und Clips aus dem Medienarchiv.

Phonomato geht so: „Ich finde, wir beide sollten uns ein paar tolle Leute suchen und dort zusammen spielen!“, raunten sich Lisa Wulff, Bassistin, und Olve Strelow, Schlagzeuger neulich zu. Und damit gibt es „dort“ in der 21. Ausgabe Plattenfroster TV, am 11.03.2021, ein vielversprechendes Debut: Heftig geiler Jazz mit PHONOMATO. Mit dabei sind Lieven Brunckhorst und Friedrich Paravicini, beide Multiinstrumentalisten aus Hamburg; „es wird jazzig, groovig aber auch total frei und avantgardistisch“. Auch im Radar-Gespräch wird es intensiv. Mit Andrea Rothaug (u.a. RockCity Hamburg/Gremienarbeiterin/Syst. Coach) und Harald Kisiedu (Musikhistoriker/Saxophonist/Autor) geht es im Radar Gespräch um Themen wie Interkulturalität, Braindrain und Musik.

Unterstützt von: TixforGigs, Concert-News, Szene Hamburg Stadtmagazin, Soundkartell, Vinyl-keks.eu, Hafenklang, Astrastube, Rockcity Hamburg, Rockcity Hamburg, Jazz Moves Hamburg, Jazz Federation Hamburg
Gefördert durch: BKM Neustart Kultur, Initiative Musik

Info Phonomato:
Olve Strelow, Friedrich Paravicini, Lisa Wulff, Lieven Brunckhorst
„Wir sollten auch mal was zusammen machen!“
Das raunen sich Jazzmusiker*innen häufiger zu, in den seltensten Fällen passiert es auch. Dass das ist im vorliegenden Fall nun anders ist, dürfte einer der wenigen positiven Nebeneffekte der Pandemie sein. Es sollte eine einfache Gigvermittlung werden, als Olve Strelow, Schlagzeuger, seine alte Bekannte Lisa Wulff, Bassistin, anrief, um ihr preisgekröntes Quartett zu buchen. Die hatte allerdings anderes vor: „Ich finde, wir beide sollten uns ein paar tolle Leute suchen und dort zusammen spielen!“. 2 Tage später waren zwei tolle Leute an Bord: Lieven Brunckhorst und Friedrich Paravicini, beide Multiinstrumentalisten aus Hamburg. Alle freuen sich nun auf ihren ersten gemeinsamen Auftritt im Rahmen von Plattenfroster TV auf der MS Stubnitz.

„Wir sind selbst gespannt auf unseren Sound“ sagt Olve Strelow. „Unser gemeinsamer Nenner ist natürlich die Liebe zur jazzverwandten Musik, allerdings sind wir nicht auf bestimmte Spielarten festgelegt. Alle steuern Stücke bei, die sehr persönliche musikbiografische Bezüge haben, und wir werden diesen Stücken durch unser Zusammenspiel, unseren Bandsound, die gewünschte Homogenität verleihen. Es wird jazzig, groovig aber auch total frei und avantgardistisch. Mehr wird nicht verraten! Wir wissen es ja selbst nicht.“ (lacht)

Olve Strelow, Schlagzeuger, Musikproduzent und Hobbymusikhistorker, lebt nach seiner Rückkehr aus einer tschechischen Künstlerkommune seit Anfang des Jahrtausends wieder in Hamburg. Er spielte seitdem in unzähligen Zusammenhängen, unter anderem mit Krautrocklegenden Lothar Meid (Amon Düül 2) und Jochen Irmler (Faust), er trommelte für die französiche Psychedelic-Popband Aquaserge, mit denen er Großbritannien und Kontinentaleuropa bereiste und ist außerdem Gründungsmitglied von Jacques Palminger & 440Hz Trio. Weitere Stationen: Soup de Nüll, Richard von der Schulenburg, Olaf Kübler, Rhys Chatham, „Krebszucht auf Amrum“ und „Rossburger Report“. Goetz Steeger, der Popkocher vom NDR und ebenfalls ehemaliger Bandkollege sagt über ihn: „Olve Strelow formt und transformiert spielerisch und mit Elégance die cleversten Time Signatures zu verheißungsvoll einladenden Spielflächen, denen man die Verzoßtheit nicht anhört; aber auch genau so gut straight forward und explosiv.... alles immer mit Maximum Attitude.“ Olve Strelow restauriert außerdem mit viel Liebe alte Hamburger Trixon-Schlagzeuge.

Neben Kompositions- und Studiotätigkeit, etwa für Goetz Steeger oder Rolf Kühn ist Lisa Wulff mit verschiedenen eigenen Bands unterwegs, etwa mit dem Quartett takadoon oder ihrem Lisa Wulff Quartett, das bisher drei Alben veröffentlichte. Ihre Tätigkeit in der NDR Bigband, sowie als „sidewoman“ in verschiedensten Bands und Projekten brachte sie neben vielen Konzerten in Deutschland und den Nachbarländern u.a. auch nach China. Dabei stand sie bereits mit Künstlern wie Rolf Kühn, Nils Landgren, Bob Mintzer, Cæcilie Norby, Terri Lyne Carrington, Rita Marcotulli, Christof Lauer, Randy Brecker und Love Newkirk auf der Bühne. Zudem spielte sie imTrio Saskya mit Anna-Lena Schnabel und Clara Haberkamp. 2016 wurde sie mit dem IB.SH-Jazz-Award von JazzBaltica ausgezeichnet; 2019 erhielt sie den Hamburger Jazzpreis „als stilistisch äußerst offene und stilsichere Bassistin“, die „sich in vielfältigen Bandkontexten (vom Duo bis zur Big Band) als ein verlässlicher, energetischer Ruhepol und zugleich inspirierender Motor“ erweise. „In ihren Beiträgen als Solistin kommen ihre Technik und ihre Phantasie auf ideale Weise zusammen“.

Friedrich Paravicini, aufgewachsen im Paris der 70er Jahre, begann als klassischer Cellist und bastelte seine ersten Tracks am Heimcomputer. In den späten 80ern begann er autodidaktisch Klavier zu spielen, und bald trat auch der RocknRoll in sein Leben. Kurz nach dem Abitur folgten die ersten Engagements als Theatermusiker und die Gründung einer Punk-Band, 1998 dann ein Studium als Jazz-Cellist an der Berliner HdK. Seit 2002 lebt Paravicini als freischaffender Musiker in Hamburg. Neben unzähligen Arbeiten an verschiedenen Theatern stand er mit Annett Louisan, Lou Reed, Jochen Distelmeyer und Pantha Du Prince auf der Bühne, arrangierte Streicher für Tocotronic und Romano, spielte Jazz mit Jonas Schoen, Arne Jansen und Niels Klein, produzierte mehrere Alben unter eigenem Namen. Er sammelt Schallplatten und alte Keyboards und schwört auf Röhrenverstärker

Lieven Brunckhorst ist ein äußerst versatiler Multiinstrumentalist u.a. an Saxophon, Querflöte, Piano, Bassklarinette, Chromonika und Gesang. Als Musikalischer Leiter und Arrangeur, als Live- und Studiomusiker konnte er sich seither in den unterschiedlichsten Bereichen einen Namen machen. So ist er seit 2001 festes Bandmitglied und Arrangeur bei JAN DELAY und seit 2005 immer wieder unterwegs mit „JAN PLEWKA SINGT RIO REISER“.Theater: Musikalische Leitung für u.a. Stefan Pucher (OTHELLO, Deutsches Schauspielhaus; STRUWWELPETER, Burgtheater Wien) Jan Bosse (DREI SCHWESTERN, Deutsches Schauspielhaus; DER GESTIEFELTE KATER, Schauspielhaus Zürich) Studio Braun (DORFPUNKS und DER GOLDENE HANDSCHUH, Deutsches Schauspielhaus). Mit den dreien von STUDIO BRAUN verbindet ihn überhaupt eine lange persönliche und künstlerische Freundschaft, die immer wieder musikalische Früchte trägt. Mehrere Alben und Tourneen mit Rocko Schamoni, der Abend: GOLDBERG FÜR ALLE und diverse Alben mit Jacques Palminger, Filmmusik für Heinz Strunks JÜRGEN. Aber auch das freiere, Jazz-verwandte Spiel hat Platz, sei es mit MR. NATURAL (1990 Preis JAZZPODIUM NIEDERSACHSEN), mit Bernd von Ostrowskis XPECT, mit der Free Folklore Formation KAFFEEHAUS AVANTGARDE, oder mit dem „Theatermusik goes Free Jazz“ Projekt CHRONIQUE DE NOTRE VIE. Musikalische Leitsterne: Gentle Giant, Frank Zappa, Hermeto Pascoal.

:: https://olvestrelow.wordpress.com/ueber
:: http://www.friedrichparavicini.de
:: https://lisawulff.de
:: https://www.schauspielhaus.de/de_DE/ensemble/lieven-brunckhorst.33448

Info Andrea Rothaug:
Geschäftsführerin von RockCity Hamburg e.V., Mitbegründerin des Bundesverband Popularmusik e.V., Gründerin der Music Women Germany, Mitbegründerin des Clubkombinat Hamburg e.V. und der LIVEKOMM e.V., der Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e.V., des Live-Musik-Fonds Hamburg, des Hamburg hoch 11 e.V., des musicHHwomen Networks, Namensgeberin und Erfinderin der Hanseplatte – Musik von hier und des Zukunftskongresses OPERATION TON. Sie ist Beiratsmitglied des Reeperbahn Festivals, im Deutschen Musikrat und Mentorin im Deutschen Kulturrat, außerdem Autorin, Kolumnistin, Dozentin, Artist + Business Coach, Querkopf, Trüffelschwein und Mutter.

:: https://www.rockcity.de

Info Harald Kisiedu:
Harald Kisiedu ist Musikhistoriker und wurde an der Columbia University promoviert. Zu seinen Interessensschwerpunkten zählen Jazz als globales Phänomen, die Musik der afrikanischen Diaspora, schwarze experimentelle Musik, Musik und Politik und Improvisation. Er hat zu Peter Brötzmann, Ernst-Ludwig Petrowsky, Muhal Richard Abrams, Jazz und Popularmusik im KZ Theresienstadt und schwarzen Komponist*innen publiziert. Seine Arbeiten sind u. a. im Wire, im Jazzpodium, im Magazin des Jazzfests Berlin und im Ensemble Modern Magazin erschienen. Kisiedu ist außerdem Saxophonist, hatte Privatunterricht bei Ornette Coleman, Branford Marsalis, Oliver Lake und Herb Geller und ist unter anderem mit Branford Marsalis, George Lewis, Henry Grimes, Hannibal Lokumbe und Champion Jack Dupree aufgetreten. Er hat mit dem New Yorker Ensemble Burnt Sugar Aufnahmen gemacht. Für das Jazzfest Berlin hat er 2018 Panels mit Jason Moran, Moor Mother und Roscoe Mitchell moderiert und war 2020 Keynote Speaker für das Ensemble Modern-Symposium Afro-Modernism in Contemporary Music. Kisiedu ist Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte und Jazzwissenschaft an der Hochschule Osnabrück. 2021 wird er mit Thomas Meinecke auf Kampnagel im Gespräch über sein Buch European Echoes: Jazz Experimentalism in Germany, 1950-1975 sein, das im Wolke Verlag erschienen ist.

:: http://www.haraldkisiedu.com
:: https://www.thewire.co.uk/in-writing/book-extracts/harald-kisiedu-european-echoes-jazz-experimentalism-in-germany-1950-1975

Info klub forward:
klub>>forward ist eine digitale Plattform, die das Hamburger Clubleben virtuell mit beeindruckenden Videostreams weiterführt, Kulturraumschutz fördert und zur Existenzsicherung bedrohter Clubs und ihrer Akteur*innen beiträgt.

Clubs, Künstler*innen, Veranstalter, Künstlermanagements, Labels, Technikdienstleister und Getränkelieferanten, usw. sind von den Auswirkungen betroffen. Bisher ist unklar ob und inwiefern die genannten Beteiligten mit einem finanziellen Ausgleich zu rechnen haben. Wir unterstützen die vielen Spendenaufrufe und bieten den Gästen den ersehnten Musikinput der Hamburger Clubbühnen auf einer Plattform für alle möglichen Clubs oder Künstler. Ziel ist es, durch das online stattfindende Clubangebot finanzielle Einbußen einzudämmen, sodass die Hamburger Clubkultur trotz globaler Notlage weiterleben kann und somit die Existenz aller am Clubbetrieb Mitwirkenden gesichert wird.

Einlass: 20:15 Uhr


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MS Stubnitz

Kirchenpauerkai 26, 20457 Hamburg

www.ms.stubnitz.com

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