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ORI CLEANSE

Tanz, Sonstiges, Film/Video

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Tito Casal

Sat 27.02.2021 19:00
HAU - Hebbel am Ufer, Berlin
Admission free

MIMIMI Space ist ein experimentelles, interdisziplinäres Format, das einen Raum schafft für künstlerische Auseinandersetzung mit Rassismus, ein Laboratorium für Selbstreflexion und Heilung. Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist der Schwarze Körper und in den Körper eingeschriebene Erinnerung. Das Wissen um die historischen Ursprünge rassistischer Strukturen sowie der sie bedingenden Philosophien und Denkweisen schafft die Grundlage, nach vorne zu blicken. Mit dem Bewusstsein für die Vergangenheit und der Vision für die Zukunft befragt MIMIMI Space die Gegenwart.

MIMIMI Space besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil fand vom 5.–7.12.2020 auf HAU4 statt und ist nach wie vor dort zu aufrufbar. Drei Begegnungen in verschiedenen Formaten – gemeinsames Essen, Performance, improvisierter Tanz – beleuchten unterschiedliche Perspektiven auf den Schwarzen Körper und setzen sie in Beziehung zueinander. Gerahmt werden die Veranstaltungen durch Filme und Objekte, die de Paulas künstlerische Arbeit dokumentieren. Auf immer neue Art und Weise weist er auf die Dringlichkeit der Auseinandersetzung mit Rassismus hin.

“CLEANSE/NU” ist der zweite Teil des Projekts. Die Tanzperformance ist ein politisches Statement, eine Selbstermächtigung und ein Reinigungsprozess. Es ist ein Schritt in Richtung einer dekolonisierten Zukunft, in der alle Menschen freie Subjekte sind. Die sechs Tänzer:innen mit höchst unterschiedlichem biografischem und tänzerischem Hintergrund entwickeln neue Formen des Denkens und des Daseins und Spiels auf der Bühne; sie bestimmen selbst über die Bilder und Vorstellungen, die sie von sich haben, und darüber, was sie in anderen erwecken wollen. Sie demonstrieren einen überwältigenden Glauben an die Macht ihrer Körper, ihre Gemeinschaft und ihre Solidarität und schüren so die Hoffnung auf Heilung und den Beginn eines neuen Zeitalters.

Eine Quelle der Kraft ist die Natur, doch auch das Bewusstsein für sich selbst und jedes andere Leben. In diesem Zusammenhang ist der bewusste Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper ein Schritt hin zu einem holistischen Denken, das ausbeuterische Strukturen vermeidet. Das Universum, Olarum, steht hier für die Verbindung mit einem umfassenderen Kontext. Aus der unermesslichen Weite des Universums erstrahlt die Verletzbarkeit und Herrlichkeit des Lebens auf einer Erde ohne Grenzen. Die Tänzer:innen umkreisen einander wie Sterne und beziehen sich auf etwas, das über uns Menschen hinausgeht, uns verbindet und Empathie möglich werden lässt.


Source: Berlin Bühnen