FOTO: © Volksbühne Berlin

Stream Premiere: Anthropos, Tyrann (Ödipus)

TAGESTIPP Ah_Stage

Die Tragödie des Anthropos ist die Tragödie des Menschen. Das Stück stellt Fragen an die menschliche Rolle in der Symbiose mit unserem Planeten - die Rolle des Unbelehrbaren und Ausbeuterischen. Es bezieht sich dabei auf den antiken Mythos des Ödipus. Ausgangspunkt dabei ist, dass sich die Menschen auf Grund verschiedener Katastrophen an die Herrschenden wenden. 360 Grad Theaterstreaming Premiere aus der Volksbühne - Anregung vorprogrammiert.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Gemeinsam mit dem „Theater des Anthropozän“ (Humboldt-Universität zu Berlin) feiert die Volksbühne Berlin die Wiederauferstehung der Tragödie. Während das Haus am Rosa-Luxemburg-Platz geschlossen bleiben muss, verlegen wir das Geschehen ins Netz und laden Sie ein, von zu Hause in 360° an einem digitalen Theaterexperiment an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft teilzunehmen. Das Ensemble steigt gemeinsam mit der Polar- und Meeresforscherin Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts und neben Frank Raddatz künstlerische Leiterin des „Theater des Anthropozän“, in die Tiefen von Mythos und Erdgeschichte und forscht an den tektonischen Verwerfungen des Verhältnisses von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren. Dabei erfährt die Geschichte um den Fluch beladenen Ödipus eine Revitalisierung im Zeichen gegenwärtiger Krisen und etabliert den Maßstab der Tragödie für das Wirken einer Menschheit, die sich als geschichtliche Kraft absolut setzte.

Die Tragödie des Anthropos ist die Tragödie des Menschen, der sich als unangefochtener Herrscher über den Planeten wähnte und seine Tyrannei ständig ausdehnte, bis er jeden Bereich des terrestrischen Lebens als Ressource ausbeuten konnte. Jetzt, da wir einer globalen Katastrophe entgegenblicken, weisen die Finger der Seher auf uns. Wir selbst sind die Schuldigen von Pandemien und Klimapest. Wir haben die Zeichen ignoriert. Wir dachten, wir könnten dem Schicksal, unserer Abhängigkeit von den terrestrischen Rahmenbedingungen, entkommen. Jetzt, wo die Geschichte wieder in Gang kommt, wo sie vor unseren Augen weltweit zu wirken beginnt, müssen wir beschämt einräumen, dass wir unsere Herkunft verkannten und Kinder der Erde sind. Die Herrschaftsverhältnisse kehren sich um. Was wir für die Bühne unseres Handelns hielten, zeigt sich als das wahre Subjekt unserer Geschichte: Der Planet selbst.

Besetzung
Mit: Johanna Bantzer, Manolo Bertling, Sarah Franke, Sebastian Grünewald, Vanessa Loibl, Emma Rönnebeck, Sarah Maria Sander sowie den Musikern Niklas Kraft und Sven Michelson

Regie: Alexander Eisenach
Bühne: Daniel Wollenzin
Kostüme: Lena Schmidt, Pia Dederichs
Musikalische Leitung: Niklas Kraft, Sven Michelson
Licht: Johannes Zotz
Video: Oliver Rossol
Dramaturgie: Ulf Frötzschner

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