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Tipp

Elektroakustischer Kammermusikabend - Kaan Bulak & Ensemble

Aufgewachsen in Istanbul, zunächst am Klavier und dann catchte ihn die elektronische Musik. Heute lässt er für euch diese Grenzen verschwimmen und zwar mit Hilfe von 360° Lautsprecher. Dabei verbinden sich dunkle Ambientcluster mit tonalen Harmonien und Klavierphrasen mit klangkünstlerischen Elementen. Recommended! ASK HELMUT

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29.10.2020 21:00 Uhr
Kammermusiksaal der Philharmonie , Berlin
10,00-35,00€

Aufgewachsen in Istanbul, zunächst am Klavier und dann catchte ihn die elektronische Musik. Heute lässt er für euch diese Grenzen verschwimmen und zwar mit Hilfe von 360° Lautsprecher. Dabei verbinden sich dunkle Ambientcluster mit tonalen Harmonien und Klavierphrasen mit klangkünstlerischen Elementen. Recommended!


Elektronik, die in Einklang mit Klavier und Streichern atmet: Kaan Bulak und sein Ensemble eröffnen einen Dialog mit ihren Instrumenten und lassen die Grenzen zwischen akustischen und elektronischen Klängen verschwimmen. Der Flügel wird erweitert durch den 360° Lautsprecher Lynch (Zusammenarbeit Bulak’s mit Martion Audiosysteme), sodass sich traditionelle Klavierphrasen mit klangkünstlerischen Elementen, tonale Harmonien mit Momenten dunkler Ambientcluster organisch verbinden. Byzantinische Hymnen von Kassia aus dem 9. Jahrhundert sowie Renaissancewerke von Gesualdo und Victoria verbinden Bulak's Werke in Form elektroakustischer Arrangements. Kassia (ca. 810 - zwischen 843 und 867, Konstantinopel) gilt als die früheste Komponistin, deren Musik bis heute überliefert ist. Ihre Hymnen wurden antiphonisch von zwei Chören gesungen, oder als Antwortgesang: Ein Solist sang die monophone notierte Melodie, ein Chor die ungeschriebene improvisierte “Dronen”-Begleitung, in Bulak’s Arrangements wiedergegeben durch eine Solovioline und elektronische Ambientcluster. Wie Kassia in ihren und später Gesualdo (1566-1613, Italien) in seinen Werken wie dem Libro Sesto (1611), ist auch Kaan Bulak auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksweisen – z.B. durch das möglichst organische Verschmelzen von elektronischen und akustischen Klängen. Auf diese Art kreiert er häufig ein Gefühl, als ob einen scheinbar vertrautes Material unmerklich in Unbekanntes führt; ein Gefühl, das auch Gesualdo in seinen Madrigalen hervorruft und in diesem Programm durch deren elektroakustische Arrangements verstärkt wird. Bulak’s Eigenkompositionen sind stark inspiriert von surrealen, mit Schönheit kontrastierenden Momenten wie sie in Filmen von Andrei Tarkovsky oder David Lynch entstehen. Er geht seinen eigenen Weg durch kontrastierende Kulturen und Klänge, z.B. in Edit for Strings (Op. 18), in welchem akustischen Streichquartett-Phrasen deren elektronische Dekonstruktionen vorangehen. Eine andere Verwendung elektronischer Klänge findet sich im Augmented Piano Quintet (Op. 11), indem diese mit denen akustischer Instrumente verschmelzen und somit einen einzigartigen kammermusikalischen Klang erzeugen. Technisch ermöglicht wird dieser durch eine subtile, mit dem Flügel resonierende Erweiterung um den von Bulak und Martion Audiosysteme entwickelten Lautsprecher Lynch. Programm Kaan Bulak: Edit for Strings Carlo Gesualdo: Quel nò crudel Kaan Bulak: Cello Sonata No. 1 Carlo Gesualdo: Se la mia morte brami Kaan Bulak: String Quartet No. 1 Kassia: Pelagia Kaan Bulak: Augmented Piano Quintet Tomás Luis de Victoria: O Vos Omnes Kassia: The Fallen Woman* Kassia: Leaving the Wealth of Her Family* Besetzung Kaan Bulak, Augmented Piano Aoife Ní Bhriain, Violine Alexander Jussow, Violine Moritz Ter-Nedden, Violine Friedemann Slenczka, Viola Stefan Hadjiev, Violoncello Kristina Edin, Kontrabass Special Guest: Sarah Aristidou, Sopran* https://www.berliner-philharmoniker.de/konzerte/kalender/details/53528/ https://youtu.be/Vr2G6JF4dFs?t=1030 https://youtu.be/mRhkYu8BF5s


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Kammermusiksaal der Philharmonie

Programm

Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin

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