Outernational: Transtraditional concerts


25.10.2020 19:00 Uhr
radialsystem, Berlin
14,00€

Quelle: BERLIN_BUEHNEN

Musik als Geschichte von Wandel und Migration: „Outernational“ ist eine neue transtraditionelle Konzertreihe im radialsystem, die sich auf die Suche nach einer zeitgenössischen, hybriden, globalen Musik ohne Exotismen und Essenzialismen macht. An drei langen Konzertabenden präsentiert „Outernational“ in Zusammenarbeit mit herausragenden Solist*innen interdisziplinäre Programme, die im radialsystem Premiere feiern und anschließend an verschiedenen Orten in Europa gastieren. Ergänzt werden die Konzerte mit politischen, sozialen und postkolonialen Fragestellungen im Rahmen von „Outernational Listening Sessions“.

Wie kommt das Neue in die Welt? Durch Zerstörung, Mutation, Nachahmung, Anpassung oder Revolution? Den Auftakt der Reihe „Outernational“ präsentiert das Berliner Trickster Orchestra mit dem neuen Programm „Disturbing The Universal / DIY“: Das Berliner Trickster Orchestra vereint Musiker*innen verschiedenster Musiktraditionen zu einem Sound transtraditioneller Musik - ein klingender Spiegel der multipluralen Gesellschaft. Mit ihrem geheimen Wissen, revolutionärem Charakter und dem Willen, die göttliche Ordnung zu stören, sind Trickster Gestaltenwandler. Mit Einflüssen aus Recherchen in Bangkok, Chiang Mai und Bangalore setzt sich das Ensemble im neuen Konzertprogramm mit dem Thema Wandel auseinander.

Rund um das Konzert werden die Fragen nach der Genese des Neuen zudem von den Philosoph*innen Timothy Morton und Wendy M.K. Shaw in einer „Outernational Listening Session“ reflektiert.

Auch tagsüber lädt das in Kooperation mit der Reihe „Outernational“ kuratierte Symposium „Decolonizing Classical Musics“ des Goethe-Instituts mit führenden Denker*innen wie Kofi Agawu und Sandeep Bhagwati sowie verschiedenen Künstler*innen dazu ein, sich mit Fragen von Postkolonialität, Raubmusik und heutiger transtraditioneller Komposition zu beschäftigen.

Wochenend-Kombiticket
25 Euro ermäßigt 18 Euro

Das Kombiticket gilt für alle kostenpflichtigen Veranstaltungen am Wochenende 24. – 25. Oktober: „Covered Culture“, „Ode for All“ und „Outernational - #1 Trickster Orchestra: Disturbing the Universal / DIY“
Karten: https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1609719

Das Trickster Orchestra vereint Solist*innen in einem Kollektiv transkultureller Avantgarde-Musik. Unter der künstlerischen Leitung der Sängerin und Komponistin Cymin Samawatie und dem Schlagzeuger und Komponisten Ketan Bhatti vereint das in Berlin ansässige Orchester sowohl traditionelle Instrumente aus Europa, West-, Zentral-und Ostasien als auch neuere Instrumente wie beispielsweise Elektronika in einer gemeinsamen zeitgenössisch-musikalischen Sprache. 2013 zunächst als „Divan der Kontinente“ gegründet, wurde das Trickster Orchestra 2015 einer breiten, auch internationalen Öffentlichkeit bekannt. Nach Konzerten in Europa und Asien initiierte das Ensemble eigene Projekte, darunter „Modara – Festival for Contemporary Music“ und „Divan Berlin-Istanbul – TransPositions between Poetry and Music“.

Geboren in Bangkok, lebt und arbeitet der Soundkünstler Arnont Nongyao in Chiang Mai. Seine Praktiken konzentrieren sich auf das Experimentieren mit Schwingungen, die von Menschen und anderen lebenden Organismen sowie Objekten abgeleitet sind, und untersuchen deren Interaktion mit der Umwelt und der Ge-sellschaft. Seine Arbeiten sind oft ortsspezifisch, befinden sich in öffentlichen Räumen und beinhalten eine Beteiligung des Publikums. Er hat auf lokaler und internationaler Ebene zahlreiche Arbeiten präsentiert.

Wendy M. K. Shaw ist Professorin für die Kunstgeschichte Islamischer Kulturen und lehrt seit 2014 am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin. Sie promovierte 1999 an der UCLA in Los Angeles und gehört zu den Expertinnen einer jüngeren Generation von Kunsthistorikerinnen, die die Schnittstellen und Debatten zwischen Moderne und Postkolonialismus, Philosophie, Religion und Kunst in der islamischen Welt beleuchten. Der geographische Schwerpunkt ihrer Forschung liegt in den Zonen des ehemaligen spätosmanischen Reichs und der Republik Türkei in Dialog mit anderen Regionen des globalen Südens.

Timothy Morton hat den Rita Shea Guffey Chair für Englische Literatur an der Rice University in Houston, Texas, inne. Er arbeitete mit Björk, Laurie Anderson, Jennifer Walshe, Jeff Bridges, Sabrina Scott, Ólafur Elíasson und Pharrell Williams zusammen. Mit Jeff Bridges schrieb er das Drehbuch zu „Living in the Future’s Past“ (2018), einen Film zur globalen Erderwärmung. Er ist der Autor von „Being Ecological“ (2018), „Humankind: Solidarity with Nonhuman People“ (2017), „Dark Ecology: For a Logic of Future Coexistence“ (2016) und zahlreichen weiteren Publikationen zu Philosophie, Ökologie, Literatur, Musik, Kunst, Architektur, Design und Essen.

Elisa Erkelenz hat französische und deutsche Literatur sowie Kulturmanagement in Bonn, Paris und Hamburg studiert. Nach langjähriger Tätigkeit als Dramaturgin und stellv. Geschäftsführung des Ensemble Resonanz widmet sie sich heute als freie Journalistin, Kuratorin und Dramaturgin klassischer und zeitgenössischer Musik. Unter anderem ist sie für die Donaueschinger Musiktage oder die Elbphilharmonie tätig, kuratiert und moderiert die Philosophiereihe „Bunkersalon“, entwickelt Kinderkonzerte und kuratiert die Konzertreihe „Outernational“. Als Journalistin schreibt sie z.B. für das VAN Magazin, in dem sie mit einem Fellowship von #bebeethoven die Reportagereihe „Outernational“ ins Leben gerufen hat.

Outernational
Wie klingt eine Kunstmusik, die sich in Exil und Diaspora ihren multiplen, hybriden Einflüssen stellt? Wie lösen wir hörend Vorstellungen vom Eigenen und Fremden auf? Wie spiegeln Kon-zertprogramme eine offene Gesellschaft in ihrer Vielstimmigkeit?

„Outernational“ ist eine neue europäische Konzertreihe mit drei jährlichen Schwerpunkten, die Künstler*innen präsentiert, die sich mit transtraditioneller Musik beschäftigen: Ob in einer Session zwischen Barock, persischer Klassik und elektronischer Komposition, der Sängerin Kamilya Jubran, die mit einem Streichquartett und einer Komponistin für eine multimediale Performance zusammenkommt, oder mit dem Trickster Orchestra, das Musiker*innen aus verschiedensten Traditionen zu einer neuen Klangsprache verbindet. Sie alle sind auf der Suche nach einer zeitgenössischen, hybriden, globalen Musik, die Exotismen und Essenzialismen vermeidet.

Den Konzerten voran geht eine umfassende künstlerische Recherche, die nicht nur Szenen und aktuelle, musikalische Entwicklungen aufspürt, sondern auch Fragen des „Musicking“, d.h. der Aufführungspraxis und Kontextualisierung, in den Blick nimmt. Ziel ist es, neue Räume für herausragende Künstler*innen fernab des Mainstreams zu öffnen. Sie werden von der Kuratorin Elisa Erkelenz im engen Dialog mit den Künstler*innen entwickelt.

Rund um jedes Konzert entsteht im VAN Magazin Outernational ein eigener, digitaler Schwerpunkt mit Hintergründen zu Musik, Instrumenten und den beteiligten Künstler*innen: www.van-outernational.com.

Weitere „Outernational“-Konzerte im radialsystem am 15. Dezember 2020 und am 02. März 2021.


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