FOTO: © distrikt9 / Sandy Craus

distrikt9: Hermann und Dorothea

TAGESTIPP Theater Listeva

Theatrale Stadtraumerkundung mit Schauspiel, Puppenspiel und Musik

Termine: 3. September 2020, 19.00 Uhr (Premiere), 4./5. September, 11./12. September, 18./19. September, 25./26. September 2020, 19 Uhr
Ort: Rund um den Bahnhof Mülheim. Treffpunkt: Vorplatz Bahnhof Köln-Mülheim, Montanusstraße / Ecke Frankfurter Straße.
Tickets: 18 Euro, ermäßigt 15 Euro. Hier gibt's die Tickets.
Weitere Infos und Termine: www.distriktneun.wordpress.com

Ist ein U-Bahn-Schacht Idylle? distriktneun macht den Bahnhof Köln-Mülheim und seine Umgebung zum Schauplatz einer theatralen Stadtteilerkundung mit Schauspiel, Puppenspiel und Musik. Das Ensemble überträgt Johann Wolfgang von Goethes Idyll Hermann und Dorothea, erschienen 1797, in den heutigen urbanen Raum. Die Liebesgeschichte zwischen Hermann, einem kontaktscheuen Sohn aus reichem Haus, und Dorothea, einem mittellosen, aber selbständigen Mädchen auf der Flucht, war ein Tabubruch und ist heute ebenso aktuell wie damals.

Im 19. Jahrhundert war Hermann und Dorothea Goethes meistgelesenes Werk, in Schulen und für das Bürgertum geradezu Pflichtlektüre, ein regelrechtes Kultbuch. Später galt es als spießig und geriet fast in Vergessenheit. Die Bearbeitung von distriktneun untersucht urbane Idylle und Heimat, fokussiert Hermanns Aufbäumen gegen ein erdrückendes Elternhaus und zeichnet das Psychogramm einer Flüchtenden im Goethe´schen Hexameter. Unter der Regie von Andrea Bleikamp (wehr51) wird aus dem Idyll ein Idyllical, gespielt von Thomas Krutmann (Raketenklub), der in den Dialog tritt mit dem Puppenspiel von Marion Bihler-Kerluku (LUK Puppentheater). Die Szenerie – die Straßen rund um den Mülheimer Bahnhof, Bahnsteige und U-Bahn-Schächte – versetzt Goethes Dichtung ebenso in einen neuen interessanten Kontext wie die Live-Elektronik der Kölner Musikerin und Komponistin Doro Bohr (composersfield).

Den öffentlichen Raum zur Bühne zu machen gehört nicht erst seit COVID-19 zum künstlerischen Konzept von distriktneun. Das Ensemble hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Stadtraum erkundet: auf den Spuren von Heinrich Heine rund um die Mülheimer Brücke oder von Heinrich Böll in der Kölner Südstadt. Die neue Produktion führt wieder nach Mülheim – der Legende nach soll Goethe selbst einst dort gewesen sein. 

Zu den Tickets

Puppenspielerin/Puppenbau: Marion Bihler-Kerluku / Schauspieler: Thomas Krutmann / Regie: Andrea Bleikamp / Komposition & Musik: Doro Bohr / Dramaturgische Mitarbeit: Peter Körner / Grafik-Design: Daniela Löbbert / Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä / Fotografin: Sandy Craus / Webseite und Organisation: Eva-Maria Marx / Künstlerische Leitung: Marco Hasenkopf / Produktion: d9 – distriktneun

Fotocredits: Sandy Craus

Location

Rund um den Bahnhof Mülheim

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