FOTO: © Arno Declair

Autoren(theater)tage 2020 und Radar Ost Digital

TAGESTIPP Ah_Stage

Es gibt positive Nachrichten für alle Theaterfans und Literaturliebhaber*innen: die "Autoren(theater)tage" starten bereits im Juni mit dem internationalen Auftaktfestival "Radar Ost Digital". Zusammen mit Theatern aus Russland und Osteuropa werden drei Inszenierungen als digitale Gastspiele in voller Länge gezeigt - Das erste Mal in Deutschland mit dem DT als digitales Spielfeld.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Die für den Zeitraum vom 6. bis 20. Juni 2020 geplanten Autorentheatertage Berlin und das internationale Eröffnungswochenende Radar Ost finden in diesem Jahr unter veränderten Vorzeichen statt. Radar Ost wird zum digitalen Festival vom 19. bis 21. Juni 2020, die Autorentheatertage werden zum Jahresprojekt: auf den Wettbewerb im Herbst 2019 und die Auswahl der drei Gewinnerstücke folgen (Kurz)Stückaufträge und drei Uraufführungen im Herbst 2020. Dazu wird es das DT als digitales Spielfeld geben - in den künstlichen Räumen des DT finden Livestreams, Portraits, Chats und neue digitalen Formate statt. 1.) Autoren(theater)tage 2020 Das Deutsche Theater Berlin nutzt die Zwangspause und veranstaltet Autoren(theater)tage 2020, ein Festivaljahr mit weniger Theater, dafür mit mehr Autor_innenschaft. Zu diesem Zweck vergibt das Festival erstmals Stückaufträge an die Autorinnen und Autoren, deren Uraufführungen im Juni im Gastspielprogramm zu sehen gewesen wären. Gesucht sind Kurzstücke und Konzentrate: literarische Keimlinge für die Theaterwüste. Die Aufträge sollen helfen, die Zeit der Theaterschließung zu überbrücken und gemeinsam produktiv zu machen – im Wissen darum, dass die Theater bald vor einer wichtigen Aufgabe stehen. Nach den Kontaktbeschränkungen werden alle wieder lernen müssen, ohne Misstrauen beieinander zu sein. Dann braucht es Theater, Stücke, Abende, die genau dies zum Thema machen. Autor_innentheater braucht Zeit, Gedanken brauchen Lücken, Texte brauchen Zwischenräume. All diese Dinge sind jetzt da. Die Autorentheatertage möchten das Festivaljahr deshalb nicht ungenutzt verstreichen lassen. Das Deutsche Theater Berlin präsentiert alle neu entstandenen Theatertexte im Herbst 2020 an einem langen Autor_innenwochenende als Lesung oder Werkstattinszenierung. Am selben Wochenende kommen die drei von Dea Loher, Nina Hoss und David Tushingham prämierten Gewinnerstücke in einer (nachgeholten)Langen Nacht der Autor_innen zur Uraufführung: das Schauspiel Leizig produziert beach house von Dorian Brunz, das Schauspielhaus Graz inszeniert Maria Ursprungs Schleifpunkt und das Deutsche Theater Berlin Rosa von Praunheims Stück Hitlers Ziege und die Hämorrhoiden des Königs. Die neu entstandenen Kurzstücke erscheinen außerdem in Buchform: als Wegbegleiter durch die kommende Spielzeit, als literarisches Rezeptbuch für ein Theater nach der Krise. 2.) Radar Ost Digital Radar Ost ist für das Deutsche Theater Berlin nicht nur ein dreitägiges Festival mit der Chance, spannende Gegenwartsbeschreibungen erstmalig vorzustellen, sondern intensiver Austausch und Zusammenarbeit mit Künstler_innen aus Osteuropa und Russland – und der ist jetzt, wo Ländergrenzen geschlossen sind, wichtiger denn je. Auch in diesem Sommer muss das Publikum nicht auf Entdeckungen, Zeitgenossenschaft und geteilte Zeit verzichten, nur der gemeinsame Raum wird ein digitaler sein. Wir laden das Publikum vom 19. bis 21. Juni 2020 auf ein digitales Spielfeld ein (Design und Umsetzung: CyberRäuber). In vertrauten, unbekannten und künstlichen Räumen können Theater, Texte und Künstler_innen erlebt werden – in Livestreams, Portraits, Chats und neuen digitalen Formaten. Das vollständige Programm veröffentlichen wir Anfang Juni. 3.) Programm Für das internationale Eröffnungswochende Radar Ost waren Theaterproduktionen aus der Ukraine, Ungarn, Russland und Tschechien in der Programmauswahl. Mit den Partnertheatern entwickeln wir attraktive und adäquate Umsetzungen für den digitalen Raum: Macocha von Petra Hůlová, Regie: Kamila Polívková, Koproduktion von Studio Hrdinů (Prag/Tschechien) und HaDivadlo (Brünn/Tschechien) Queendom von Veronika Szabó, SÍN Arts Centre, Budapest/Ungarn Bad Roads von Natalia Vorozhbit, Regie: Tamara Trunova, Left Bank Theatre, Kiew/Ukraine 28 Tage von Olga Shilyaeva, Regie: Yuri Muravitsky, Teatr.doc und Moskauer Schule für Neues Kino, Moskau/Russland Darüber hinaus stellen wir drei herausragende Inszenierungen von dem DT verbundenen Künstler_innen zum ersten Mal in Deutschland vor – in voller Länge im Stream, wahlweise mit englischen oder deutschen Untertiteln: Eine alltägliche Geschichte von Iwan Gontscharow, Regie: Kirill Serebrennikov, Gogol-Center Moskau/Russland Onegin nach Alexander Puschkin, Regie: Timofej Kuljabin, Theater Rote Fackel, Nowosibirsk/Russland Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis, Regie: Ewelina Marciniak, Fredro Theatre, Gniezno/Polen Für das deutschsprachige Gastspielprogramm der Autorentheatertage 2020 waren angefragt: Felicia Zeller, Der Fiskus, Staatstheater Braunschweig Nele Stuhler, Was ihr wollt: Der Film, Schauspielhaus Wien und Gruppe Fux Berlin Kevin Rittberger, The Männy. Eine Menschtierverknotung, Staatstheater Hannover Ewald Palmetshofer, Die Verlorenen, Residenztheater München Bonn Park, Das Deutschland, Theater Bamberg Milena Michalek, Schwieriges Thema, Theater Komos Wien Wolfram Lotz, Fusseln, Theater der Keller Köln Elfriede Jelinek, Schwarzwasser, Burgtheater Wien Martina Clavadetscher, Frau Ada denkt Unerhörtes, Schauspiel Leipzig Sibylle Berg, In den Gärten oder Lysistrata Teil 2, Theater Basel Doğan Akhanlı, Verhaftung in Granada, Schauspiel Köln Miroslava Svolikova, Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt, Landestheater Marburg (als Gewinnerin des Nachspielpreises beim Heidelberger Stückemarkt). Mehr Information: https://www.deutschestheater.de/programm/a-z/radar-ost-digital/ https://www.deutschestheater.de/programm/a-z/autorentheatertage2020/

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