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Stream: FRONT - Im Westen nichts Neues

> Schauspiel

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Armin Smailovic

Mon 25.05.2020 09:00
Thalia Theater, Hamburg

Theater für Zuhause: https://www.thalia-theater.de/startseite/thaliadigital-therestismissing/

Im Moment fehlt uns allen viel − das soziale Leben, der reale Kontakt zu Menschen, Kulturerlebnisse, echtes Theater. Um ein wenig Abhilfe zu schaffen, zeigt das Thalia Theater neue Formate und Aufzeichnungen aus dem Archiv – jeden Abend um 19 Uhr, für 24 Stunden online. Aktuelle Repertoire-Vorstellungen, Highlights aus den vergangenen Spielzeiten und berühmte Inszenierungen aus den 80er, 90er und Nuller-Jahren.

In dieser Koproduktion führt der in Hamburg lebende flämische Regisseur Luk Perceval die deutschen Schauspieler in sein ehemals besetztes Heimatland Belgien, in sein Heimattheater, das NT Gent. Belgien spielt im „Groten Oorlog“, dem Großen Krieg, eine Sonderrolle: Es wird trotz seiner Neutralität zum Schlachtfeld fremder Mächte. Hinzu kommt ein innerbelgischer Konflikt: Die Frontsoldaten stammen oft aus der armen bäuerlichen Volksgruppe der Flamen, die meist nicht französisch sprechen, aber von Befehlshabern aus Frankreich bzw. der französischsprachigen Wallonie kommandiert werden. Auch dies ist ein Thema dieser internationalen Produktion, in der sich elf Darsteller aus vier Kulturen und Sprachräumen begegnen, um sich nach genau einhundert Jahren dem Ereignis anzunähern, das als Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts in die Geschichte eingegangen ist.

„Ich glaube, der Krieg ist eine Art Fieber. Keiner will es eigentlich, und mit einem Male ist es da. Wir haben den Krieg nicht gewollt, die andern behaupten dasselbe - und trotzdem ist die halbe Welt fest dabei." So erklärt sich ein junger Soldat in Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ den Weltkrieg, in den er, gemeinsam mit seinen Mitschülern, als Rekrut freiwillig zieht und der – obwohl ihn niemand für möglich gehalten hat – 17 Millionen Menschenleben fordern sollte. Belgien 1914-1918: Franzosen, Briten, Belgier und Deutsche liegen sich, kaum 100 Meter voneinander entfernt, in Schützengräben gegenüber, schießen aufeinander, graben sich ein und werden von Ratten, Läusen, Feuchtigkeit und Hunger geplagt. Figuren aus Remarques Weltkriegsroman, Henri Barbusses „Tagebuch einer Korporalschaft: Le Feu“ und Charaktere weiterer literarischer und historischer Quellen begegnen sich in diesem internationalen Abend, der auf vier Sprachen stattfindet.

Es sind die Frontschweine, einfache Soldaten, die hier zu Wort kommen, wie der Landwehrmann Stanislaus Katczinsky, der über den sechsten Sinn für dicke Luft, gutes Essen und schöne Druckposten verfügt, oder der belgische Kompanieführer De Wit, der sich besinnungslos und ohne Rücksicht auf Verluste in den Krieg stürzt, aus Verzweiflung über die vermeintliche Untreue seiner Frau im besetzen Heimatdorf. Wir begegnen der flämischen Mutter, die vom Handel mit den Soldaten leben muss, und der britischen Krankenschwester, die nach dem Tod ihres Verlobten an die Front zieht, um verwundete Soldaten zu pflegen.

Eine Koproduktion mit dem NTGent, Belgien

URAUFFÜHRUNG 22. MÄRZ 2014, THALIA THEATER


Source: Culturebase

Thalia Theater

Program

Alstertor, 20095 Hamburg

040 3-281-4444

www.thalia-theater.de


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