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Mal - Embriaguez Divina

Bühne

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Mo 27.04.2020 20:00
Münchner Kammerspiele, München

Um gemeinsam den Spielarten des Bösen auf den Grund zu gehen, formiert sich eine Gruppe auf einer Tribüne zum Chor. Sie stehen unter dem Einfluss von heimsuchenden Eingebungen, giftigen Zeugnissen, bakteriellen Eindrücken, verfaulten Tatsachen. Der Titel des Abends verweist mehrfach auf die Ambivalenz des Bösen. Einerseits lässt sich das portugiesische „Mal“ nicht eindeutig übersetzen: Es meint Unbehagen, Leid, Qual, Mangel, Horror oder schlicht das Schlechte. Der Zusatz „Embriaguez Divina“ markiert das Böse als göttlichen Rausch und setzt dem Bösen andererseits die entgrenzende Ekstase als Ausflucht entgegen. George Bataille siedelt das Böse und die Kunst in unmittelbare Nähe zueinander an. Mehr noch: Kunst sei immer das Böse als Gegenkraft zur kontrollierenden Vernunft, während der Abgrund des Bösen eine Bedingung für Kunst sei. Vielleicht zeigt sich deshalb das Böse in einer Vielzahl von Erzählungen als handlungsbestimmende Kraft – und das Theater wird immer wieder zu ihrem Schauplatz. Marlene Monteiro Freitas schafft opulente, formstrenge und poetische Bilderwelten.

An den Kammerspielen waren bereits ihre Arbeiten „Of Ivory and Flesh – Statues also Suffer“ und „Bacantes – Prelude to a Purge“ zu sehen. Für „Mal – Embriaguez Divina“ arbeitet Freitas erstmalig mit einem gemischten Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen.


Quelle: Culturebase

Münchner Kammerspiele

Programm

Maximilianstraße 26-28, 80539 München

Abo, Karten, Info: 089/233 966 00