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Livestream II: Mine bei dringeblieben.de

Der Beweis: deutschsprachiger Pop kann klug, poetisch und unpeinlich sein. Gebündelte Niceness als Resultat einer Vollblutkünstlerin, für die die Bühne nicht nur die Durchgangsstation zum Merch-Stand ist. Live im Stream bei dringeblieben.de – Alle Einnahmen aus dem Stream werden an SOS Mediterrane, die Frauenhaus Koordinierung E.V. und Mines Band gespendet. ASK HELMUT

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Sat 18.04.2020 20:00
Zu Hause, Berlin
Admission free

VORFREUDE 3000: Mine lädt zum zweiten Mal zum Quatschen und Konzert ein. Im Internet. Der Ort, an dem unsere Träume wahr werden.
Ihr könnt während des Streams Fragen stellen und Solidaritätstickets kaufen. Die Einnahmen spendet Mine an SOS Mediterrane, die Frauenhaus Koordinierung E.V. und Mines Band.

Von 20:00-21:00 auf www.dringeblieben.de.

STAY SAFE.

Mine hat mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2014 und dem Nachfolger » Das Ziel ist im Weg« zwei Jahre später alleine, aber immer wieder auch gemeinsam an der Seite von Künstlern wie den Orsons auf Songs und Bühnen eindrucksvoll bewiesen, dass Popmusik viele Gesichter haben kann.
Ihre Lieder klingen so anders, nischig und mutig, gerade richtig leise und dann wieder laut, wie wenig anderes. Die 34-Jährige hat das mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2014 und dem Nachfolger »Das Ziel ist im Weg« zwei Jahre später alleine, aber immer wieder auch gemeinsam an der Seite von Künstlern wie den Orsons auf Songs und Bühnen eindrucksvoll bewiesen. Nur verständlich, dass es dafür 2016 den Preis für Popkultur in der Kategorie »Lieblingssolokünstlerin« gab.
Anfang 2017 schaute Mine sich gemeinsam mit Fatoni auf »Alles Liebe Nachträglich« dann in der Retrospektive das vielschichtige Phänomen zwischenmenschlicher Beziehungen an und erntete dafür durch die Bank Fürsprechungen von Fachpresse und Feuilleton – am Ende des gleichen Jahres erfüllte sie sich mit einer 32.000-Euro-Crowdfunding-Kampagne und Gästen wie Friedrich Lichtenstein, Grossstadtgeflüster, Bartek (Die Orsons), Fatoni, Edgar Wasser, Tristan Brusch, Textor (Kinderzimmer Productions), Haller, Ecke Prenz und dem Berliner Kneipenchor in Eigenregie bereits zum zweiten Mal den Traum vom selbst arrangierten Herzensprojekt namens Orchester-Konzert.
Aber neben all diesen Projekten und Privatem bleibt kaum Zeit fürs Schreiben – und als Mine Anfang 2018 Soloalbum Nummer 3 angehen will, muss es auf einmal ganz schnell gehen. »Der Schreibprozess war dieses Mal sehr kompakt«, erinnert sich Mine. »Ich hatte am Anfang total Angst davor, dass die Songs sich zu sehr ähneln, wenn ich sie innerhalb von kürzester Zeit schreibe.« Aber: Das Gegenteil ist der Fall. Rasch, viel rascher als sonst, stehen da gut zwei Handvoll ganz unterschiedliche Songskizzen, die es wert sind, dass man ihnen nachspürt – textlich und musikalisch, aber vor allem auch klanglich. Immer neu, immer anders. Nicht umsonst liebt und sammelt Mine exotische Instrumente und nennt Autoharp, Phillicorda und Omnicord ihr Eigen.
Mine durchdringt ihre Kunst bis ins kleinste Detail. Und während Kollegen sich ihre musikalischen Untermalungen gerne von Studiomusikern auf den Leib schneidern lassen, übernimmt sie das mittlerweile so gut es geht selbst und nimmt von Album zu Album mehr und mehr auch die Rolle der Produzentin ein. »Die Produktion ist für mich ein unglaublich wichtiger Teil des Songwriting. Aber es hört für mich nicht auf, wenn ich eine Melodie, Akkorde und Text gefunden habe. Im Gegenteil: Die Auswahl der Sounds spielt eine genauso große Rolle – und das möchte ich, so gut es geht selber bestimmen. Denn mittlerweile weiß ich sehr genau, was ich brauche, um das zu bekommen, was ich höre.«
Mit einem Computer voller fast fertiger Versionen geht es zu Dennis Kopacz und »Ich finde den Mix aus diesen beiden Extremen perfekt«, sagt Mine. »Ein gutes Album ist für mich eines, das mich über längere Zeit begleitet, aber trotzdem auch direkt abholt. Dann kann es nämlich passieren, dass einen zu Beginn ein paar Lieder begeistern, während andere in den Hintergrund geraten und dadurch Zeit
bekommen – aber nach dem man das Album ein paar Mal gehört hat, dreht sich das und man kann gar nicht verstehen, dass es vorher mal anders war.«
Wie Mine auf »90 Grad« mit Pauken und Trompeten im Rücken neue Perspektiven einnimmt und Dialoge mit ihrem Zukunfts-Ich führt, ist imposante Introspektive und Hit zugleich. Ganz ähnlich der Song »Spiegelbild« mit dem Berliner Künstlerkollektiv AB Syndrom, für welchen sich das Trio – angetrieben von Percussions, Flöten und Streichern – einen Reim auf die Rastlosigkeit in der Reflektion macht, während »Einfach so« mit Giulia Becker (Autorin und »Neo Magazin Royale«-Teammitglied) wunderschönes Selbstverständnis in Songform ist.
2020 wird Mine in der Elbphilharmonie auftreten mit kleinem Orchester im Rahmen des Reeperbahnfestivals.

https://www.youtube.com/watch?v=84zr59jlLVg