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"Die Taube auf dem Dach" - Spielfilm DDR/D 1973/2010

In der DDR war der Film verpönt: "Er habe ein verzerrtes Bild der Realität geliefert," so heißt es. Obwohl dieser aufklärender denn je ist - Über die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft, Geschlechterrollen, das Ausloten von Unabhängigkeit und Bindung. Ungewöhnlich zeitgemäß mit anschließendem Gespräch mit der Regisseurin! ASK HELMUT

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Thu 05.03.2020 19:00
Inselgalerie Berlin, Berlin
3,00 € - 5,00 €

"Die Taube auf dem Dach" war 1973 der Debütfilm von Iris Gusner. In starken, poetischen Bildern erzählt sie eine Geschichte, die ungewöhnlich zeitgemäß ist, weil ihre Themen - die Suche nach einem Platz in der Gesellschaft, Geschlechterrollen, das Ausloten von Unabhängigkeit und Bindung, heute so aktuell sind wie damals.

In der DDR wurde der Film nie gezeigt. Gusner habe ein verzerrtes Bild der DDR-Realität geliefert, ausschließlich Menschen in der Krise gezeigt, hieß es zur Begründung. Prominente Regisseure wie Kurt Maetzig und Konrad Wolf setzten sich vergeblich für seine Aufführung ein.

Iris Gusner sagte später in einem Interview, dass außer der Darstellung der sogenannten Arbeiterklasse wohl das Frauenbild ausschlaggebend für das Verbot gewesen sei.
Ihre Heldin, die selbstbewusste Bauleiterin Linda, ist hin und her gerissen zwischen dem Studenten Daniel, dessen Zukunftsträumerei und Unangepasstheit ihr gefällt, und dem älteren Baubrigadier Hans, der scheinbar ziellos durchs Leben treibt. Linda nimmt sich die Freiheit ihrer Suche nach dem Glück.
Das Debüt der jungen Regisseurin war nicht einmal archiviert worden. Eine zufällig erhaltene Arbeitskopie ermöglichte seine Restaurierung.

Die Taube auf dem Dach, Spielfilm DDR/D, 1973/2010, 82 Min.
Regie und Drehbuch: Iris Gusner

Mit Heidemarie Wenzel, Günter Naumann, Andreas Gripp, Wolfgang Greese, Herbert Köfer, Christian Steyer u.a.