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In Conversation with…

Musikalisch-szenische Lesarten von Beethovens Konversationsheften

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Foto: Stefan Melchior

Sun 23.02.2020 20:00
Villa Elisabeth, Berlin
11,00 € - 17,00 €

Einkaufslisten, politische Diskussionen und Familienzwiste aus den Konversationsheften sowie späte Kompositionen Beethovens werden durchforstet. IN CONVERSATION WITH … spürt in neu komponierten Szenen der Frage nach, wie die menschliche Fantasie Erzählungen ergänzt und abwandelt, unbewusst und bewusst; wie Projektionen, Mythen und Fälschungen unsere Kulturgeschichte prägen.
Kaum ein Komponist ist derart präsent wie Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Seine Werke gehören zum Kernrepertoire der klassischen Musik; darüber hinaus wirkt er als Figur der Kulturgeschichte über Epochen hinweg als Spiegelbild des Zeitgeists und gesellschaftlicher Prozesse. So feierte ihn die Romantik als ersten freien, nur sich selbst und der Kunst verpflichteten Komponisten. Der Nationalismus betonte das heroische deutsche Genie und der Sozialismus später den internationalistischen Humanisten. Heute steht Beethoven als Komponist der Europa-Hymne für die Werte der Aufklärung als kultureller Basis von Europa.

IN CONVERSATION WITH … thematisiert die kollektive und individuelle Rezeption und fragt nach der Authentizität einer Künstlerfigur. Was prägt unser Bild von Beethoven als Mensch, was als Konzept der Kulturgeschichte? Was ist Zeitgeist und Projektion? Und warum verspüren wir so häufig den Drang einem vermeintlichen Original auf die Spur zu kommen?

Die Basis der Untersuchungen bilden die Konversationshefte des tauben Beethoven. Diese überliefern nur die Stimme seines Gegenübers. Beethoven antwortete mündlich und bleibt für den Leser stumm. Die Leerstelle bietet Raum für Projektionen, Mythen und Fälschungen, den das Projekt mittels zeitgenössischer Theater- und Musikästhetik auslotet. Die fünf Musiker*innen nähern sich auch performativ dem historischen Material: analoge und digitale Sprachen werden in einem experimentellen Reflexionsraum verbunden, die klassischen Werke Beethovens mit der Musik des multimedial arbeitenden Komponisten Iñigo Giner Miranda verknüpft. Dabei entzieht die Inszenierung einzelne Dimensionen der Wahrnehmung, gibt sie damit zur individuellen Ergänzung frei und zeigt so spielerisch: „es könnte so, aber auch anders (gewesen) sein“.

Premiere am 21.02.20

Programm:
Werke und Fragmente von Ludwig van Beethoven (u.a. aus Klaviersonate op. 109, Schottische Lieder op. 108, Kanons für 3- 5 Stimmen) sowie Bearbeitungen der Werke und Neukompositionen von Iñigo Giner Miranda

Mit:
Lisa Ströckens, Sopran | Tobias Dutschke, Sprecher | Emmanuelle Bernard, Violine | Jakob Roters, Cello | Neus Estarellas, Klavier

Inszenierung und Konzept: Isabelle Kranabetter I Neu-Kompositionen und musikalische Leitung: Iñigo Giner Miranda I Ausstattung und Licht: Michael Kleine | Technische Leitung und Licht: Catalina Fernandez | Assistenz: Emilie Mikolajczyk | Produktionsleitung: Kirsten Junglas | Grafik: Swami Silva | Öffentlichkeitsarbeit: Kerstin Böttcher |

Tickets:
17 Euro/ 11 Euro erm. an der Abendkasse ab 19 Uhr
und online bei Reservix zzgl. VVK.

Veranstalter: Isabelle Kranabetter
Eine Produktion von Isabelle Kranabetter in Koproduktion mit der Tafelhalle Nürnberg. Ein Projekt im Rahmen von BTHVN 2020, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin, aus Mitteln der inm – Initiative für Neue Musik e.V. und dem Kulturreferat der Stadt Nürnberg.