FOTO: © Volksbühne Berlin 2018

Lulu

TAGESTIPP Ah_Stage

Die Rezeptionsgeschichte beinhaltet Umschreibungen, Verbote und Inspiration für Stumm- und Tonfilme, und sogar die Oper. Wedekinds "Lulu" bleibt dennoch eine zeitlose Frauenrolle, hier besetzt von Lilith Stangenberg.

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Wedekinds Stück, bestehend aus den Dramen „Erdgeist“ und „Büchse der Pandora“, hat eine denkbar wechselhafte Entstehungs-, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte: Umschreibungen, Privataufführungen, Verbote, schließlich Überarbeitung zum Drama „Lulu“. Die Figur inspirierte zu Stumm- und Tonfilmen, der Oper von Alban Berg, einer Umsetzung von Robert Wilson mit Musik von Lou Reed, einer ersten Aufführung des Urtexts 1988 in der Regie von Peter Zadek in Hamburg. Und doch bleibt es eine Geschichte der Projektionen und Lulu das Objekt: Ein Mann schreibt, andere Männer setzen das Drama auf Spielpläne, noch mehr Männer inszenieren ihre Phantasien. Jetzt haben wir #MeToo, Harvey Weinstein ist verurteilt, der Literatur-Nobelpreis wurde ausgesetzt, toxische Männlichkeit ist in ihren brutalen und erniedrigenden Formen erkannt und wird mindestens zunehmend auch geahndet. Dann kann „Lulu“ also in den Giftschrank. Oder beschreibt Wedekind eine Unruhe und die brutale, gesellschaftliche Organisation der Unterdrückung – von der dann endlich Lulu erzählen sollte? Lilith Stangenberg kehrt als Darstellerin der Lulu an die Volksbühne zurück. [logo kulturradio 140] Besetzung Mit: Jan Bluthardt, Sandra Gerling, Waldemar Kobus, Andreas Leupold, Silvia Rieger, Sarah Maria Sander, Sylvana Seddig, Lilith Stangenberg, Theo Trebs, Moritz Carl Winklmayr Musiker*innen: Réka Csiszér, Michael Mühlhaus Regie: Stefan Pucher Bühne: Barbara Ehnes Kostüme: Annabelle Witt Licht: Kevin Sock Musik: Christopher Uhe Video: Meika Dresenkamp Dramaturgie: Florian Feigl

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