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ULTRASCHALL BERLIN – FESTIVAL FÜR NEUE MUSIK

Konzert, Neue Musik

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Fri 17.01.2020 22:00
Heimathafen Neukölln, Berlin
10,00 €

Seit 1999 beginnt die jährliche Serie von Festivals für Neue Musik in Deutschland mit dem Festival Ultraschall Berlin, veranstaltet vom kulturradio vom rbb und von Deutschlandfunk Kultur. In gewohnter Weise präsentiert das Festival Uraufführungen, Deutsche Erstaufführungen und Werke der jüngsten Vergangenheit ebenso wie Klassiker der Avantgarde. Ultraschall Berlin vereinigt das Heterogene, das irisierend Vielfarbige der Neuen Musik. Frei von Aktualitäts- und Uraufführungszwängen präsentiert das Festival wesentliche Entwicklungen, die die Musik der Gegenwart prägen, und wirft beziehungsreich einen Blick auf die jüngere Vergangenheit, um ausgewählte Werke in einem veränderten Kontext neu zu beleuchten.

Längst hat die zeitgenössische Musik die klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Klarinetten für sich entdeckt. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung ist die Klarinettistin Nina Janßen-Deinzer, die eine Fülle neuer Werke angeregt und uraufgeführt hat. Zwei Klassiker bilden den Ausgangspunkt mit Franco Donatonis zweiteiligem Stück »Clair« und Helmut Lachenmanns »Dal niente«, das zum 85. Geburtstag des Komponisten in diesem Jahr erklingt. Erst in der neuen Musik hat die Kontrabassklarinette, deren Entstehung bis ins frühe 18. Jahrhundert zurückreicht, ein größeres Repertoire erhalten. Georges Aperghis, der sich vom Beginn seines Schaffens an kontinuierlich mit Solowerken beschäftigt hat, lässt in seinem Solo Instrument und Interpret*in zu einem Doppelporträt verschmelzen. Eine augenzwinkernde Auseinandersetzung mit der düsteren Seite des tiefen Instruments ist dagegen Bernhard Ganders »morbidableq. Der junge aus Singapur stammende Komponist Bertram Wee schreibt für Nina Janßen-Deinzer ein neues Stück für Bassklarinette, das an diesem Abend zur Uraufführung gelangt.

Franco Donatoni
Clair (1980) 10‘
für Klarinette solo

Georges Aperghis
Solo (2013/14) 20‘
für Kontrabassklarinette solo

Helmut Lachenmann
Dal niente (Interieur III) (1970) 12‘
für einen Solo-Klarinettisten

Bertram Wee
Neues Werk (2019) 10‘
für Klarinette solo
Uraufführung

Bernhard Gander
morbidable (2014) 11‘
für Kontrabassklarinette solo

Im Radio:
rbbKultur, Musik der Gegenwart, 12.02.2020, 21.04 Uhr
Deutschlandfunk Kultur

Die Neugier und Freude von Komponist*innen an ungewöhnlichen Instrumentenkombinationen ist ungebrochen. Immer mehr Ensembles formieren sich in bislang vorbildlosen Besetzungen. Aber auch größere Ensembles ermöglichen Kombinationen, für die es in der Musikgeschichte kaum Vorbilder gibt. So steht in diesem Konzert klassisch besetzte Kammermusik wie »Polynj« von Aleksandra Karastoyanova-Hermentin für Violoncello und Klavier neben den Etüden in der ungewöhnlichen Kombination Harfe, Kontrabass und Schlagzeug von Sofia Gubaidulina, das Werk der Komponistin aus dem Jahr 1965, das am Beginn ihres eigenen musikalischen Weges der Vertiefung und Verinnerlichung steht. Manuela Kerer verpackt die Instrumente in »Kaput II«, ergänzt durch Midi-Blockflöte und Midi-Gitarre, zunächst in transparente Müllsäcke, als Sinnbild des Wegwerfens – das Material des Stückes besteht aus gestrichenen Noten anderer Werke der Komponistin. Ebenfalls ergänzt werden die vorgesehenen Instrumente in Clara Iannottas »Limun« durch zwei Umblätterer, die im zweiten Teil des Stückes die Körperlichkeit des sich um sich selbst drehenden musikalischen Raumes visualisieren und verstärken, sowie in Elena Mendozas »Fremdkörper/Variationen« durch Performer, die im Inneren des Flügels agieren. Fast schon traditionell mutet dagegen die Besetzung in Olga Neuwirths »Marsyas II« an, wenngleich die Instrumente hier unterschiedlich gestimmt sind.

Manuela Kerer
Kaput II (2017) 6‘
für Flöte, Paetzold-Flöte, Harfe, Cembalo und Zuspiel

Vasiliki Krimitza
Aeoliás (2019) 6‘
für Flöte und Schlagzeug

Olga Neuwirth
Marsyas II (2005) 13‘
für Flöte, Viola, Violoncello und Klavier

Clara Iannotta
Limun (2011) 10‘
für Violine, Viola und 2 Umblätterer

Aleksandra Karastoyanova-Hermetin
Polynj (2018) 10‘
für Violoncello und Klavier

Elena Mendoza
Fremdkörper/Variationen (2015) 17‘
für Violoncello, Klavier, Performer und Schlagzeug

Sofia Gubaidulina
5 Etüden (1965) 15‘
für Harfe, Kontrabass und Schlagzeug

Margareta Ferek-Petric
fire walk with(out) me (2017) 9‘
für Flöte, Paetzold-Blockflöte, Harfe und Cembalo

Im Radio:
rbbKultur, Musik der Gegenwart, 20.02.2020, 21.04 Uhr
Deutschlandfunk Kultur

Die norwegische Komponistin, Performerin und Sängerin Maja Ratkje und POING verbindet eine mittlerweile zwanzigjährige gemeinsame Geschichte. Zu den ersten Werken im Repertoire des 1999 gegründeten Trios zählte auch ein Stück von Ratkje. Das Konzert bei Ultraschall Berlin kombiniert Werke Ratkjes aus den letzten zwei Jahrzehnten mit Kompositionen weiterer skandinavischer Komponisten, ergänzt durch zwei Lieder aus dem Programm »Kapital & Moral«, in dem Ratkje und POING revolutionäre Musik der Vergangenheit einer radikalen Neuinterpretation unterziehen – getreu den selbst gesetzten künstlerischen Prämissen: das Publikum stets auf Neue zu überraschen, getrieben von der Überzeugung, dass inmitten von »Unterhaltung und Wahnsinn ein starkes politisches Engagement und existenzielle Tiefe« unverzichtbar sei.

Eivind Buene
Seven types of ambiguity (2000) 12’
für Saxofon, Akkordeon und Kontrabass

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje
ØX (2005) 10‘
für Altsaxofon und Stereo-Playback

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje
Passing Images (2003) 13‘
für Akkordeon, Saxofon, Kontrabass und Stimme

Bjørn Stenvaag
Bark II (1999) 10’
für Saxofon, Akkordeon und Kontrabass

Kurt Weill / POING
Ballade vom ertrunkenen Mädchen (1928/2011) 5‘
für Stimme, Saxofon, Akkordeon und Kontrabass

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje
Rondo – Bastard – Overture – Explosion (2004) 17’
für Akkordeon, Altsaxofon und Kontrabass mit drei Diktaphonen

John Lennon
Working Class Hero (1971/2016) 5‘
für Stimme, Saxofon, Akkordeon und Kontrabass

Im Radio:
rbbKultur, Musik der Gegenwart, 25.03.2020, 21.04 Uhr
Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 05.03.2020, 0.05 Uhr

ultraschallberlin.de


Source: Berlin Bühnen

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