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ULTRASCHALL BERLIN – FESTIVAL FÜR NEUE MUSIK

Konzert, Neue Musik

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Thu 16.01.2020 21:30
Heimathafen Neukölln, Berlin

Seit 1999 beginnt die jährliche Serie von Festivals für Neue Musik in Deutschland mit dem Festival Ultraschall Berlin, veranstaltet vom kulturradio vom rbb und von Deutschlandfunk Kultur. In gewohnter Weise präsentiert das Festival Uraufführungen, Deutsche Erstaufführungen und Werke der jüngsten Vergangenheit ebenso wie Klassiker der Avantgarde. Ultraschall Berlin vereinigt das Heterogene, das irisierend Vielfarbige der Neuen Musik. Frei von Aktualitäts- und Uraufführungszwängen präsentiert das Festival wesentliche Entwicklungen, die die Musik der Gegenwart prägen, und wirft beziehungsreich einen Blick auf die jüngere Vergangenheit, um ausgewählte Werke in einem veränderten Kontext neu zu beleuchten.

Im Jahr 2013 war die italienische Komponistin Clara Iannotta Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Hier schrieb sie ihr erstes Streichquartett, dessen Titel »A Failed Entertainment« Bezug nimmt auf eine Vorstufe zu »Infinite Jest« von David Foster Wallace, und fächert mit Tischglocken, Styropor und Vogelpfeifen nebst einer umfangreichen Präparation der Saiten den nur vermeintlich homogenen Streicherklang vielfältig auf.

Auch ihr zweites Streichquartett setzt einen Link zur Literatur. Der Titel »dead wasps in the jam-jar«, also »Tote Wespen im Marmeladenglas«, stammt von der irischen Schriftstellerin Dorothy Molloy. Kompositorischer Ausgangspunkt für die kleine Reihe aus drei gleichnamigen Werken unterschiedlicher Besetzung war eine Solo-Partita von Johann Sebastian Bach. Iannotta verknüpfte sie mit der Vorstellung »der tiefsten Schicht im Ozean, wo ständiger Druck und ewige Bewegung das Stillstehen der Zeit zu formen scheinen«.

Das dritte Streichquartett, geschrieben für das Preisträgerkonzert des Hindemith-Preises, den Iannotta 2018 erhielt, ist dann gewissermaßen der Abschied von den Wespen, ein Nachruf. Ihr jüngstes Quartett, ein Auftrag des JACK Quartet, wird sich mit Fragen der Intonation beschäftigen.

Clara Iannotta

A Failed Entertainment (2013) 17‘
für Streichquartett

dead wasps in the jam-jar (iii) (2017-2018) 14‘
für Streichquartett, Objekte und Sinuswellen

Earthing – dead wasps (obituary) (2019) 10‘
für Streichquartett

You crawl over seas of granite (2019) 25’
für Streichquartett in veränderter Stimmung und Elektronik
Uraufführung – Auftragswerk des JACK Quartet, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Im Radio:
rbbKultur, Musik der Gegenwart, 18.03.2020, 21.04 Uhr
Deutschlandfunk Kultur, Konzert, live

Die Besetzung Saxophon, Klavier und Schlagzeug hat in den zweieinhalb Jahrzehnten, in denen das Trio Accanto inzwischen besteht, zahllose Komponist*innen angeregt und herausgefordert. Vier der jüngeren Werke treffen in diesem Konzert aufeinander, darunter zwei Uraufführungen. Zwei »Exercises« von Christian Wolff lassen den Interpret*innen größtmöglichen Freiraum – und größtmögliche Verantwortung. Sie sind aufführbar von zwei oder mehr Spielern mit beliebigen Instrumenten, Notenschlüsseln oder Transponierungen. »Sinaia 1916« von Johannes Schöllhorn ist eine klingende Erinnerung an eine dunkle Vergangenheit in Form einer düsteren Choral-Meditation. »In Between« von Yu Kuwabara ist dagegen der Versuch der Komponistin, »eine Antwort zu finden, die zwischen einigen Dingen liegt, oder einige Kontexte; manchmal zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Japan und dem Rest der Welt, oder zwischen Sprache, Klang und Musik.« Das »Trio Funambule« von Georges Aperghis erscheint in der Partitur formal und strukturiert, entwickelt jedoch einen geradezu zirzensischen Drahtseilakt und eine neue Qualität ensemblehafter Virtuosität.

Christian Wolff
Exercises 37 & 38 (2018) 8‘
Uraufführung

Yu Kuwabara
In Between (2018) 8‘
für Altsaxophon, Klavier und Schlagzeug

Johannes Schöllhorn
Sinaïa 1916 (2015/17) 18‘
für Bariton- und Altsaxophon, Klavier und Schlagzeug
Uraufführung

Georges Aperghis
Trio Funambule (2014) 13‘
für Altsaxophon, Klavier und Schlagzeug

Im Radio:
rbbKultur, Musik der Gegenwart, 05.02.2020, 21.04 Uhr
Deutschlandfunk Kultur

ultraschallberlin.de


Source: Berlin Bühnen

Heimathafen Neukölln

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