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Die Hintzenstern-Stockhausen-Story

Im Rahmen der Reihe "Grenzfälle 1989_2019"

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Grenzfälle

So 27.10.2019 19:00
Zionskirche, Berlin
Freier Eintritt

Konzert von Michael von Hintzenstern und dem Ensemble für Intuitive Musik Weimar

Das Konzert des Musikers Michael von Hintzenstern mit dem Ensemble für intuitive Musik Weimar erinnert an eine außergewöhnliche Musikerfreundschaft zur Zeit der deutschen Teilung.
Der Weimarer Musiker Michael von Hintzenstern war seit den 1970er Jahren von der Musik des westdeutschen Komponisten Karlheinz Stockhausen begeistert. Aber um selbst diese Musik spielen zu können, benötigte er einen Synthesizer. Den gab es in der DDR nicht. Bei einer Reise nach Westdeutschland und in die Schweiz nahm Michael von Hintzenstern mit Karlheinz Stockhausen Kontakt auf und besorgte sich einen Synthesizer. Aber einführen in die DDR durfte er ihn nicht. Das gelang auf abenteuerliche Weise schließlich doch.
1980 erfolgte die Gründung des „Ensembles für Intuitive Musik Weimar“, das bis zur Wende über einhundert Konzerte mit Stockhausens Musik gab. Ab 1984 gelang, was eigentlich tabu war: Sie bildeten gemeinsam mit dem Kölner Trompeter Markus Stockhausen, Sohn von Karlheinz Stockhausen, der mit einem Touristenvisum einreiste, ein deutsch-deutsches Ensemble.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Um Spenden wird gebeten.

Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde am Weinberg

Zum Projekt "Grenzfälle 1989_2019":
Vor dreißig Jahren fiel die Mauer. Die Zionskirche war da schon länger ein Ort oppositionellen Denkens und Handelns. In der Umweltbibliothek, unter dem schützenden Dach kirchlicher Räume, wurde in diesen Jahren eine kleine Zeitschrift gedruckt, die den Titel „Grenzfall“ hatte.
Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung waren Themen, die viele Menschen damals zu mutigem Handeln bewegten – auch wenn die Staatsmacht das verhindern wollte. Aber die friedliche Revolution konnte sie nicht mehr aufhalten.
Dreißig Jahre später laden wir unter dem Titel „Grenzfälle 1989_2019“ zu einer Vielzahl von Veranstaltungen und Ausstellungen ein. Über Grenzfälle unterschiedlicher Art nachzudenken, Grenzgängern in der Musik und bildenden Kunst, in Gesellschaft und Kirche zu begegnen – das soll in dieser Veranstaltungs- und Ausstellungsreihe möglich werden, mal spielerisch wie in der für den Herbst geplanten labyrinthartigen Rauminstallation auf der Empore der Zionskirche, mal informativ bei Zeitzeugengesprächen und Führungen auch über die Zionskirche hinaus an andere Orte in der Gemeinde und dem Kiez, mal berührend bei Konzerten und Kunstaktionen.



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