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Carmen

Ole Anders Tandberg inszeniert Bizets Meisterwerk: Die Femme Fatal zeigt euch innerhalb einer Oper das Spiel mit Feuer, Schweiß und Emanzipation! ASK HELMUT

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Foto © 2012, Leo Seidel

Wed 19.06.2019 19:30
Deutsche Oper Berlin, Berlin

Mit seiner CARMEN schrieb Georges Bizet eine Kampfansage an die romantische Oper: Mit ihrem unbeugsamen Freiheitswillen verkörpert die Titelheldin das Gegenbild zu den passiven, leidenden Frauenfiguren, die zuvor die Opernbühne beherrscht hatten. Doch antiromantisch ist CARMEN in einem noch umfassenderen Sinn: Bizets Oper zeigt eine Welt, in der Liebe als zwischenmenschliches Gefühl keinen Platz mehr hat und längst durch Sex und Gewalt abgelöst wurde. Carmen und der Torero Escamillo sind Repräsentanten dieser Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zählt. Eine Welt, in der Don José mit seinem bürgerlichen Ideal von Liebe ein Fremdling bleibt, der zum Scheitern verurteilt ist . Mit diesem illusionslosen Blick auf die Trostlosigkeit der menschlichen Existenz steht Bizet in unmittelbarer Nähe zu den Romanen eines Emile Zola – entgegen dem Klischeebild vieler Aufführungen ist Bizets Spanien ein Ort, der die Hässlichkeit der Armut in hellem Licht zeigt.

Nach seinem erfolgreichen Regiedebüt an der Deutschen Oper Berlin mit Schostakowitschs LADY MACBETH VON MZENSK hat sich der norwegische Regisseur Ole Anders Tandberg nun vorgenommen, diese elementaren Triebkräfte in Bizets Meisterwerk wieder spürbar zu machen. Mit der Französin Clémentine Margaine, die ihre internationale Karriere an diesem Haus begann, steht ihm dabei eine der großen Carmen-Interpretinnen der Gegenwart zur Seite.


Source: Berlin Bühnen