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Sinfoniekonzert

Konzert, Klassik

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Wed 08.05.2019 20:00
Deutsche Oper Berlin, Berlin

Den Beinamen „Tragische“ für seine 6. Sinfonie mochte Gustav Mahler so gar nicht – und es stimmt. Er reduziert sein bis dato umfassendstes sinfonisches Werk auf nur einen Aspekt, der zwar in vielen Werken Mahlers durchscheint, sie gleichsam aber auch klein macht: Der Kampf gegen die Tragik des menschlichen Lebens, der Blick tief hinein in die emotionalen Abgründe. Doch diese Momente stehen bei Mahler immer auch neben dem lebensbejahenden, hoffungsvollen und naiv-fröhlichen Episoden. So auch in der 6. Sinfonie, wenngleich Mahler hier schon im düster-drohenden Marschrhythmus des Kopfsatzes die „tragische“ Grundstimmung festlegt. Sie kulminiert im gut halbstündigen Finalsatz mit den schicksalsschweren Hammerschlägen und einem pessimistischen Ende im äußersten Pianissimo – ungewöhnlich für Mahler, der seine Werke meist mit einer optimistisch gefärbten Apotheose abschließt.

Mit vier Sätzen und ohne den Einsatz von Gesangsstimmen scheint Mahlers 6. Sinfonie seine „klassischste“ zu sein – doch die Spiellänge mit gut 90 Minuten und die enorme Orchesterbesetzung mit vierfachem Holz, groß besetztem Blech und Schlagzeugapparat sprengen die Formgrenzen des klassisch Ebenmäßigen. „Meine VI. wird Rätsel aufgeben“, meinte Mahler nach der Fertigstellung des Werkes – und tatsächlich wird über die Programmatik des Werkes, die zugrunde liegenden Ideen und Entwürfe viel gerätselt. Die direkte und ungezügelte Emotionalität hingegen trifft den Rezipienten schon beim ersten Hören.

Donald Runnicles und das Orchester der Deutschen Oper Berlin setzen mit der 6. Sinfonie ihren losen Mahler-Zyklus fort – und können weiterhin unter Beweis stellen, dass sie im großen spätromantischen Repertoire zu Hause sind.


Source: Berlin Bühnen

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