Blurred irie revoltes 10 2015

Fried Dough (Toronto), Fargo (Leipzig), Das Feuilleton (Leipzig)

Musik

Cropped irie revoltes 10 2015
Etienne Hiekisch-Hildebrandt, www.ehh.de

Fri 29.03.2019 20:00
WERK 2 Kulturfabrik, Leipzig
10,40 €

Fried Dough (Andrew Cariboni, Aaron Gaistman und Nolan Bouvier) spielen „psych electronica music", welche von psychedelischen Passagen Pink Floyds, von Radioheads modernen Rhythmen und von experimentellen Künstler*innen, wie Nicolas Jaar und Four Tet inspiriert ist.
Die Musik verbindet dunkle Trip-Hop-Rhythmen mit spacigen elektronischen Texturen.
Aaron Gaistman und Andrew Cariboni schweißte eine Vorliebe zu verschiedensten elektronischen Indikünstler*innen zusammen. Durch diese einzigartige Chemie enstand ein gegenseitiges Verständnis für die künstlerischen Ziele des anderen.
Nolan Bouvier kam 2016 zu den beiden.

„Fargo wurde im Frühjahr 2012 in Leipzig/Connewitz gegründet. Die Musik zu beschreiben ist wie eine Gratwanderung auf der Schneide der Ambivalenz - die meisten Hörer werden sie zwischen Postrock und Ambient verorten.
Die Besetzung aus zwei Gitarren, Schlagzeug und Bass lassen jedoch erahnen, welches Brett Fargo live fahren. Die Gitarren spielen so hymnische Melodien, dass sich der Hörer fühlt, als säße er in einem Boot auf ruhigem Wasser, sanft vom Winde geschaukelt, das kühle Nass glatt wie ein Spiegel, doch im nächsten Moment mutiert der Sound zu einer gewaltigen Wassersäule, die Riffs umschlingen den Hörer wie schäumende Gischt, die über die Planken schwappt und Dich packt, als würdest Du in ein Starkstromkabel beißen. Erst wirst Du eingelullt vom Wispern des Windes, dann emporgeschleudert und in der Luft herumgewirbelt, bis sich die See beruhigt und in sich zurück zieht.
So ergeht es dem Hörer der beiden 12" Veröffentlichungen "Heimkehr" (2013) und "Yaron" (2014).
Fargo verzichten auf Gesang, denn der würde die Melodien und die Atmosphäre der Songs unweigerlich zerstören. Denn Fargo lassen sich Zeit mit ihrer Musik. Wie ein Maler mit einem Bild, wie Slartibartfaß mit Norwegen oder der Frost mit einem langsam vereisenden Wasserfall - jeder gerinnende Tropfen ein Pulsschlag der Musik. In solchen Passagen ist Fargo beruhigend wie ein Sonnenuntergang, wie wenn man sich in eine heiße Wanne zurücksinken lässt. Man zaubert Bilder in den Kopf, die sich zu einem Film reihen, Bilder wie durch einen sepiafarbenen Schleier. Doch dann bricht das Beben erneut los. Das Boot gerät in Seenot und Fargo senden akustische Signale vom Festland - letzte Rettung oder Zerschellen an den Klippen?
Im Mai 2015 verließen zwei Bandmitglieder die Band und mussten in zweijähriger Suche ersetzt werden. Ganz Europa hatte man bis dahin in rund 70 Konzerten verzaubert.
Doch Fargo gingen gestärkt aus der Zwangspause hervor: Am 15. 05. 2017 standen sie mit zwei neuen Gesichtern auf der Bühne des Werk 2 und machten da weiter, wo sie 2015 schon standen: Als brachiale Urgewalt, ein Beben. Melodien fressen sich beharrlich ins Hirn und wenn es droht zu zerreißen, hat der Hörer das Gefühl, das Boot könnte kentern... " (Abo Alsleben)


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