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The Telescopes

Music

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Wed 20.03.2019 21:00
Hafenklang, Hamburg

Beim „Exploding Head Syndrome“ – so nannte John M.S. Pearce das von Robert Armstrong-Jones in den 1920er Jahren erstmals beschriebene Phänomen – handelt es sich um eine ungewö;hnliche akustische Halluzination, einen Zustand, bei dem die Betroffenen im Halbschlaf explosionsartige Geräusche wahrnehmen, oftmals in Verbindung mit zuckenden Blitzen.
Das Exploding Head Syndrome bohrt sich unvermittelt in unser Bewusstsein, füttert unsere Synapsen mit analogen Dissonanzen, vielschichtig, pulsierend, minimalistisch – sehr geradlinig und sehr elementar zugleich.

Elektronisch verzerrtes Rauschen umweht uns wie wabernde Nebelschwaden, getrieben von archaisch anmutenden Wiederklängen und vibrierenden Bässen, die dem Ganzen eine zielgerichtete, akustische Spannung verleihen. Dröhnende Orgeltöne ranken sich um ein oszillierendes Skelett aus entrückt- bezaubernden Melodien. In ihrer Mitte hängen Stephen Lawries tranceartige Visionen, gebrochen bis ins Mark, um schließlich in einem immer dichter werdenden elektrischen Gitarrenschwarm aufzugehen.

Da ist es also, das elfte Studioalbum der Telescopes, das dritte bei Tapete Records. Es enthält acht neue Songs – Beschwörungsformeln in Gestalt dicht aufeinander folgender, akustischer Erdbeben, die uns fragen lassen: Ist das noch Komposition oder schon Illusion? Wie der Titel Exploding Head Syndrome vermuten lässt, spiegelt dieses Album den Sound eines Geistes wider, der sich auf seiner ganz persönlichen Suche nach grundlegender Klarheit bis in die tiefsten Tiefen seiner inneren Zerrissenheit vorwagt.

Gegründet im Jahr 1987, erwiesen The Telescopes sich schon bald als innovative Melodic-Noise-Band und wurden nicht nur für ihre Hörer, sondern auch für zahlreiche Künstler zu einer wichtigen Inspiration. Seither versammelt Stephen Lawrie, der Gründer und Kopf der Gruppe, stetig wechselnde Besetzungen um sich.
Die Tracks auf Exploding Head Syndrome wurden, mit einer Ausnahme, von Lawrie ganz alleine geschrieben, eingespielt und produziert, inmitten tiefster Einsamkeit, irgendwo in West Yorkshire. Die Ausnahme, das ist der Song Until The End, der unter Mitwirkung von Chris Plavidal (Stumptone) entstand und dem 2016 verstorbenen Nevada Hill von Bludded Head gewidmet ist. Während die beiden vorangegangenen bei Tapete erschienenen Alben von einem Mittelweg zwischen songbasierten Strukturen und flüchtiger Momentaufnahme geprägt waren, kommen auf Exploding Head Syndrome fast schon traditionelle Songwriting Techniken zur Anwendung. So entstehen Melodien und quasi holzschnittartige Refrains, die es schaffen, die Hörer in gewaltige klangliche Dimensionen einzulullen. Im 18. Jahrhundert beschrieb William Herschel das Teleskop als Instrument, durch das der Mensch „über den Bereich des natürlichen Sehens hinaus“ schauen kann. Besser lässt sich das Mantra der Telescopes nicht in Worte fassen.

Das Foto auf dem Album-Cover zeigt ein leeres Blatt Papier im Wind. Dass es allerdings wirkt wie ein Gesicht, liegt an einem natürlichen Lichtphänomen zum Zeitpunkt der Aufnahme.

https://youtu.be/U5EYJ2_fvN8
https://www.facebook.com/thetelescopesuk/

Einlass: 20:00 Uhr


Source: Hamburg Tourism

Hafenklang

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