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Telepolis Salon: Sexbots - neue Formen der Liebe?

Musik, Bühne, Film, Kunst

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Mi 07.03.2018 19:00 – 21:30
The Lovelace, München

Telepolis Salon:
Sexbots - Neue Formen der Liebe, oder doch nur die alte Lust an der Selbstbefriedigung?

Die Menschen werden nicht nur in autonomen Fahrzeugen sitzen oder von intelligenten Kampfrobotern gejagt werden, sondern in die reale und virtuelle Lebenswelt dringen immer mehr kluge Roboter als Kollegen und Mitbewohner ein. Wie so oft, ist die technische Entwicklung beim Militär und in der Sexbranche am weitesten. Die Verkaufszahlen von Liebespuppen steigen, die Preise sinken, die Branche boomt. Es haben bereits die ersten Bordelle mit Sexrobotern eröffnet.

Immer mehr Männer und Frauen werden mit humanoiden Robotern Sex haben, die auf ihre menschlichen Partner reagieren, mit ihnen sprechen und auch lernen werden, sich ihnen anzupassen. Aussehen und Persönlichkeit der Dolls können nach Gusto konfiguriert werden und vielleicht wird man bald auch über die Sexroboter mit einem anderen, entfernten Menschen Telesex haben können. Fernbeziehung? Easy!

"Immer angestellt und bereit zum Reden oder Spielen.", so die Devise eines Herstellers. Werden die mit einem gehorsamen, sich anschmiegenden Roboter ausgelebten Fantasien dann auch in der Wirklichkeit praktiziert und der menschliche Sexualpartner zum Roboter degradiert? So wird beispielsweise von True Companion der weibliche Sexroboter "frigide Fahra" angeboten, die keinen Sex mag und die sich wehrt, wenn ihr Intimbereich berührt wird, was ganz offensichtlich anleitet, Vergewaltigungsphantasien umzusetzen, da die Fahra nicht zurückschlägt und ihr Nein nicht Nein bedeutet.

Wird der Umgang mit Robotern die Menschen unfähig zur Liebe mit menschlichen Partnern machen? Oder könnte man über Sexroboter die Menschen gar zu einem besseren Verständnis für ihre menschliche Partner erziehen? Leben sie kathartisch die üblen Fantasien aus und befreien den Umgang mit anderen Menschen von diesen?

Sind die Sexbots eine Chance, die Menschenausbeutung in der Sexindustrie zu bekämpfen? Oder gefährden sie Arbeitsplätze, die der Staat regeln und schützen sollte? Sind die Dolls die Erlösung für all jene, die keinen Zugang zu Sex haben? Und was ist mit den Grenzbereichen: Kinder-Sexroboter als Therapieanwendung für Pädophile? Oder muss ein Verbot für kindlich aussehende Puppen her?

Wir freuen uns auf spannenden Gespräche mit unseren Gästen:

Prof. Dr. Barbara Vinken, Professorin für Allgemeine und Französische Literaturwissenschaft, u.a. Verfasserin von "Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos"

Prof. Dr. Klaus Benesch, Lehrstuhl für Nordamerikastudien an der LMU, u.a. Verfasser von "Romantic Cyborgs"

Manfred Scholand, Sexpuppenhändler, RS-Dolls

Wie immer führen die Redakteure von Telepolis durch die Veranstaltung und die Gruppe Prismen interveniert mit Filmen, Zahlen, Schabernack.

Eintritt: 5 / 3 €


Quelle: Facebook

The Lovelace

Programm

Kardinal-Faulhaber-Straße 1, 80333 München

0049-89-2-154-0790

www.thelovelace.com