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Tagestipp

Regime der Vorhersage

Kunst

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Mi 13.06.2018 11:00 – 19:00

In Zeiten politischer Unsicherheiten und neoliberaler Effizienzoptimierung boomen Systeme der Vorhersage, um zukünftige Entwicklungen bestimmen zu können. Digitalisierung, Data Mining und die beschleunigten Prozesse in Richtung Singularität versprechen über Quantifizierung u. a. Berechnungs- und Prognosesysteme, um Zukunft effizienter und sicherer zu gestalten. Über berechnete Wahrscheinlichkeiten sollen Handlungen nicht nur vorhergesagt, sondern beeinflusst werden. Damit ist die Auflösung des Subjekts in einen statistischen Körper mit Profil verbunden, wobei nicht mehr die Person als solche zählt, sondern die Person als Datengeber. Berechenbarkeit wird als gewünschter absoluter Wert gesetzt und Unberechenbarkeit zum Risikofaktor stilisiert.

Was kann aber nun berechnet werden und was nicht? Können über die Auswertung von Daten zuverlässige Prognosen erstellt werden, beispielsweise im Bezug darauf, ob eine Beziehung halten wird oder nicht, wie sich bestimmte Aktien zukünftig entwickeln werden, ob jemand ein Verbrechen begehen wird oder nicht etc.? Je unsicherer die Realität ist, desto sicherer erscheinen datenbasierte algorithmische Berechnungsmodelle und Lösungsversprechen. Auf der einen Seite haben wir also die Dezentralisierung des Subjekts zu Gunsten personalisierter Daten und andererseits die Hyperpersonalisierung von politischem Personal zu Lasten demokratiepolitischer Agenden.

Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten erforschen diese sich permanent verändernde Zone zwischen Selbst- und Fremdbestimmung, um jene damit verbundenen Macht- und Entmachtungssysteme sichtbar zu machen. Inwieweit werden Prognosen fetischisiert und instrumentalisiert, Vorhersehbarkeit beschworen, und mit welchen Folgen ist zu rechnen, wenn Regime der Vorhersage unsere Leben bestimmen, wir zu einem Datensatz in einem algorithmisch präemptiv ausgerichteten System werden.

Eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von Bernd Hopfengärtner & Ludwig Zeller, Esther Hovers, Nikolaus Gansterer, llona Gaynor, Noriko Okaku, Ulrich Nausner, Arnold Reinthaler, Sebastian Schmieg & Silvio Lorusso, Lina Theodorou, Pinar Yoldas kuratiert von Sabine Winkler.


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Galerie Weisser Elefant

Programm

Auguststr. 21, 10117 Berlin

+49 30 2-888-4454

www.galerieweisserelefant.de


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